Eine Frau wird während einer Brustkrebsvorsorgeuntersuchung für eine Mammografie vorbereitet

© dpa/Patrick Seeger

Brustkrebs-Früherkennungsprogramm
03/24/2014

Ärztekammer schlägt Alarm

Mammografie-Screening.Mediziner: Starker Rückgang, Ministerium: Zu früh für Bewertung.

von Ernst Mauritz

Weiter Diskussionen um das neue Brustkrebs-Früherkennungsprogramm: "Die Probleme lassen sich nicht kleinreden", so Johannes Steinhart, Vizepräsident der Österr. Ärztekammer (ÖÄK), Montag in einer Aussendung. "Niedergelassene Radiologen aus dem Wiener Raum berichten, dass in den Monaten Jänner und Februar 2014 gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres 40 bis 70 Prozent weniger Frauen zur Mammografie gekommen sind." Aus den Bundesländern gebe es vergleichbar alarmierende Berichte. Sollte sich dieser Trend nicht sehr bald umkehren lassen, müsse "das Brustkrebs-Programm im Interesse der Frauengesundheit radikal infrage gestellt werden".

Seit 1. 1. erhalten alle Frauen zwischen 45 und 69 alle zwei Jahre eine persönliche Einladung zu einer Vorsorgemammografie (Frauen zwischen 40 und 44 bzw. 70 und 74 Jahren können bei der Serviceline 0800 500 181 eine Einladung anfordern). Laut Ärztekammer ist ab diesem Zeitpunkt der Arzt nicht mehr berechtigt, sie zu dieser Vorsorgeuntersuchung zu überweisen. Einmal mehr zeige sich, dass eine"Medizin ohne Ärzte" nicht funktioniert, sagt Steinhart. Ein anonymer Brief der Kassenbürokratie könne eben das ärztliche Beratungsgespräch nicht ersetzen. Es sei höchste Zeit, dass Ärztinnen und Ärzte wieder zu einer Vorsorgemammografie überweisen dürfen.

"Zu früh"

"Die von der Ärztekammer genannten Zahlen können wir nicht bestätigen", entgegnet Lisa Fuchs aus dem Büro von Gesundheitsminister Alois Stöger. Für Zahlen sei es viel zu früh. Eine Einladung sei drei Monate gültig – "es können also jetzt immer noch all jene Frauen zur Mammografie gehen, die die Einladung im Jänner erhalten haben". Außerdem – und das sei neu – erhalte jede Frau auch ein Erinnerungsschreiben. Eine erste Evaluierung des Programms sei im Sommer nach dem ersten halben Jahr geplant. Es stimme auch nicht, dass Ärzte nicht mehr überweisen dürfen: "Im ersten Halbjahr 2014 dürfen sie das weiterhin auch ohne qualifizierte Begründung. Ab Juli wird umgestellt von der unbegründeten Überweisung hin zu einer qualifizierten Überweisung mit Begründung für Frauen mit Krankheitsverdacht."

Für gesunde Frauen hingegen sei eine Überweisung durch einen Arzt nicht notwendig: "Der Einladungsbrief ist die Überweisung."

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