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10.10.2018

47 Jahre alte Flasche: Foto zeigt Ausmaß des Plastikmüllproblems

Der Fund einer 47 Jahre alten Flasche an einem Strand macht deutlich, wie groß die Umweltbelastung durch Plastikmüll ist.

Anhand einer kürzlich an einem britischen Strand angespülten Plastikflasche lässt sich eindrucksvoll illustrieren, worüber in jüngster Vergangenheit intensiv diskutiert wurde: Die Welt hat ein Problem mit Plastikmüll.

45 Jahre alte Flasche

Entdeckt wurde der Behälter von einem Mitarbeiter der lokalen Küstenwache an einem Strand nahe der Grafschaft Somerset im Südwesten Englands. Bei der Flasche handelt es sich um Geschirrspülmittel der Marke Fairy, die mindestens 45 Jahre alt sein muss. Letzteres ist an der Aufschrift auf der Flasche zu erkennen. Das Produkt wurde offenbar um ein Vierpencestück vergünstigt angeboten. Die Ware muss also vor der Umstellung des britischen Münzsystems im Jahr 1971 verkauft worden sein, wie CNN schreibt.

"Fast wie neu"

Das Foto der besagten Flaschen fand via Facebook den Weg ins Netz. Die für den Strandabschnitt zuständige Küstenwache teilte ein Bild des Fundes auf dem sozialen Netzwerk. Dazu schrieb man: "Während wir am gestrigen Tag am Strand waren, kamen wir nicht umhin zu bemerken, wie viel Geröll Ebbe und Flut in den letzten Tagen mitgerissen haben. Hauptsächlich Holz, Algen und Meeresschutt, aber auch viele von Menschenhand gefertigte Gegenstände, wie diese Fairy-Liquid-Flasche, die 47 Jahre alt ist! Die Flasche schwimmt in unseren Gewässern und sieht immer noch fast neu aus."

450 Jahre Verrottungszeit

Allzu verwunderlich ist der nahezu unbeschädigte Zustand der Flasche tatsächlich nicht. Der gemeinnützigen Umweltschutzorganisation Ocean Conservancy zufolge benötigen Plastikflaschen bis zu 450 Jahre, um vollständig zu verrotten. Bereits im Jahr 2015 rechneten Forscher im Fachmagazin Science vor, dass jedes Jahr etwa acht Millionen Tonnen Plastikmüll in den Weltmeeren landen. Allein im Mittelmeer werden jährlich 83.000 Müllwagen voller Plastik deponiert. Besonders bedenklich: In einigen Gebieten gibt es inzwischen mehr Mikroplastikteilchen als Plankton. Auch die Zahl der im Meer schwimmenden Fische könnte Experten zufolge 2050 von Kunststoffteilen überschritten werden.