400.000 vorzeitige Todesfälle pro Jahr durch Feinstaub in EU

Auspuff
Foto: APA/dpa-Zentralbild/Jan Woitas Autoabgase tragen beträchtlich zur Feinstaubbelastung bei.

Laut Europäischer Umweltagentur sterben allein in Österreich jährlich 5600 früher als ohne Schadstoffbelastung.

Wegen Feinstaubs in der Luft sterben laut der Europäischen Umweltagentur EEA jährlich rund 400.000 Menschen vorzeitig, rund 5600 davon in Österreich. Dies geht aus einer aktuellen Studie hervor. Zwar werde die Luft in Europa langsam besser. Doch die hohe Konzentration an Schadstoffen habe immer noch erhebliche negative Gesundheitsfolgen, erklärte die EEA.

Überschreitung der Jahresgrenzwerte

Feinstaub stammt aus dem Straßenverkehr, aber auch aus der Landwirtschaft, Kraftwerken, Fabriken und Heizungen. Sieben Prozent der EU-Bürger in städtischen Gebieten waren 2015 mehr Feinstaub ausgesetzt, als die EU in ihrem Jahresgrenzwert erlaubt. Nimmt man den strengeren Maßstab der Weltgesundheitsorganisation (WHO), mussten sogar acht von zehn Menschen in der EU zu viel Feinstaub einatmen.

Bodennahes Ozon besonders gefährlich

Daneben sind laut EEA Stickoxide und bodennahes Ozon für die menschliche Gesundheit am gefährlichsten. Neun Prozent der Menschen in den Städten der 28 EU-Länder waren - gemessen an den EU-Jahresvorgaben - zu hohen Werten von Stickstoffdioxid (NO2) ausgesetzt. Die hohe Konzentration wird demnach mit jährlich 75.000 vorzeitigen Todesfällen in der EU in Verbindung gebracht.

Städter besonders belastet

Zu hohen Ozonwerten waren der EEA zufolge sogar 30 Prozent der Städter in der EU ausgesetzt, was nach Schätzung der Wissenschaftler zu 13.600 vorzeitigen Todesfällen jährlich beitrug. Die vorzeitige Sterblichkeit ist eine statistische Größe, die verlorene Lebensjahre aufgrund vermeidbarer Gesundheitsgefahren berechnet. Die genannten jährlichen Zahlen beziehen sich nach Angaben der EEA auf Rechenmodelle, die Daten des Jahres 2014 zugrunde legen.

Gegenmaßnahmen

"Als Gesellschaft sollten wir uns mit den Kosten der Luftverschmutzung nicht abfinden", erklärte EEA-Exekutivdirektor Hans Bruyninckx. "Mit mutigen Entscheidungen und klugen Investitionen in sauberen Verkehr, Energie und Landwirtschaft können wir die Verschmutzung angehen und die Lebensqualität verbessern."

(APA) Erstellt am
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