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© REUTERS/FREDY BUILES

Forschung

Was Radfahren mit einem LSD-Trip zu tun hat

Der 19. April heißt Fahrradttag - wir erklären, warum.

04/19/2016, 10:42 AM

Am 19. April 1943 hatte ein gewisser Albert Hofmann, Chemiker beim Schweizer Pharmakonzern Sandoz, einen bösen Trip. Kein Wunder, schließlich experimentierte er mit LSD herum. Hofmann war es, der die Droge entdeckt hat. Er gilt als Vater des LSD, das er im Jahr 1938 aus der Substanz eines Pilzes – der Lysergsäure – hergestellt hatte. Genauer genommen handelt es sich dabei um ein Derivat, auch bekannt als Lysergsäurediethylamid.

Ein Versuch und ein Trip

An besagtem 19. April also entschloss er sich zum Selbstversuch: Er nahm die kleinste wirksame Menge LSD zu sich. Nämlich 0,25 Milligramm. Aus heutiger Sicht eine veritable Überdosis. Um 17h notierte der Forscher, etwa eine Dreiviertelstunde nach Einnahme: „Beginnender Schwindel, Angstgefühl, Sehstörungen, Lähmungen, Lachreiz“. Dann folgte ein Horrortrip: „Schon auf dem Heimweg mit dem Fahrrad (…) nahm mein Zustand bedrohliche Formen an. Alles in meinem Gesichtsfeld schwankte und war verzerrt wie in einem gekrümmten Spiegel. Auch hatte ich das Gefühl, mit dem Fahrrad nicht vom Fleck zu kommen. Indessen sagte mir später meine Assistentin, wir seien sehr schnell gefahren.“ Seitdem gilt der 19. April in der LSD-Kultur als Fahrradtag.

LSD als Kreativ-Booster in Silicon Valley?

Daheim ging es natürlich weiter – mit der ganzen Palette einer Triperfahrung: normale Menschen, die sich in Monster verwandelten, verzerrte Bilder und Formen, die Angst, verrückt zu werden.“ Irgendwann wurde alles gut: Hofmann verspürte Glücksgefühle und ein Gefühl der Dankbarkeit. Ein Phänomen, das die Droge berühmt machen würde. LSD galt lange als „die“ Selbsterfahrungs- und Hippiedroge schlechthin, kam dann aus der Mode. Heute scheint sie wieder zu trenden – und zwar im Kreativmekka Silicon Valley. Dort wird das Zeugs derzeit gerne in Mikro-Dosen (etwa ein Zehntel der ursprünglich wirksamen Dosis) eingeworfen, um bessere Ideen zu haben.

Trips in Hirnscans sichtbar gemacht

Apropos: Erst vor Kurzem konnten Drogenforscher die Wirkung von LSD anhand von Gehirnscans dokumentieren. Am Londoner Imperial College erhielten freiwillige Probanden an jeweils zwei Tagen Injektionen. Eine enthielt 75 Mikrogramm LSD, die andere nichts. Dann zeigte sich, was im Hirn passiert, wenn der chemische Wirkstoff auf das menschliche System wirkt. Bereiche im Gehirn, die für die Selbstwahrnehmung zuständig waren, sind unter LSD-Einfluss besonders aktiv und vernetzt. Es kommt zu einer verstärkten Kommunikation dieses Gehirnareals mit Bereichen, die für Sensorik zuständig sind, also für die Wahrnehmung äußerer Reize auf den Körper. Die Scans zeigen also klar, dass LSD alle Sinneseindrücke von außen stark mit der Selbstwahrnehmung verschmelzen lässt. Eine Erklärung für die legendäre „Ich-Auflösung“ durch die Droge.

Und was ist mit Albert Hofmann passiert? Geschadet hat ihm der Trip nicht zu . Der Chemiker wurde sehr alt. 102 Jahre nämlich. Im April 2008 starb er in im Kanton Basel-Land an den Folgen eines Herzinfarkts. Zuvor hatte er sich stets dafür eingesetzt, dass psychedelische Substanzen wie eben LSD für Forschungszwecke legalisiert werden sollten.

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