Trotz Kammer-Sparkurs: Kfz-Innung will Beiträge erhöhen
Nach den Turbulenzen in der Wirtschaftskammer Österreich im Herbst des Vorjahres sollten die Mitgliedsbetriebe finanziell entlastet werden. Dazu wird die sogenannte „Kammerumlage 2“ ab nächstem Jahr in mehreren Schritten reduziert. Doch das ist nur die eine Seite der Medaille. Denn zugleich dürften einige Fachgruppen ihre jeweilige Grundumlage spürbar erhöhen. Wie der KURIER im April berichtete, hat bereits die UBIT (Unternehmensberatung, Buchhaltung und IT) in der Wirtschaftskammer Wien (WKW) die Umlage um 80 Prozent auf 115 Euro im Jahr angehoben. Selbiges könnte nun bei der Landesinnung Fahrzeugtechnik bevorstehen.
Laut einem Brief an die Mitglieder der WKW Fahrzeugtechnik vom Juli, der dem KURIER vorliegt, soll die Grundumlage von bisher 150 auf 240 Euro steigen. Das wäre eine Erhöhung von 60 Prozent. Der Abschlag für jede weitere Betriebsstätte bleibe jedoch bestehen, ebenso bleibe der Beitrag zur Sozialversicherung unverändert. Die Deckelung werde von 1.500 auf 1.870 Euro angehoben. Für ruhend gemeldet Betriebe werde der Betrag von 75 auf 120 Euro neu festgelegt.
Begründet wird der von der Innungsführung vorgebrachte „Vorschlag“ damit, dass die Grundumlage seit dem Jahr 2017 unverändert geblieben sei. Jedoch hätten sich in den vergangenen Jahren die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen deutlich verändert. Laufende Preissteigerungen, stark gestiegene Energiekosten sowie Mietanpassungen im Ausbildungszentrum (MobilitätsCampus) hätten ebenso wie erhöhte Instandhaltungsaufwendungen im Bereich der Aus- und Weiterbildung zu einem spürbaren Kostenanstieg geführt. Diese Angebote seien schon jetzt nicht kostendeckend.
Und weiter: „Um auch künftig unseren Anforderungen gerecht zu werden und ein ausgeglichenes Jahresbudget sicherzustellen, sehen wir uns daher veranlasst, die Grundumlage anzupassen.“ Schon in den vergangenen Jahren hätten bestehende Fehlbeträge teilweise durch den Einsatz von Rücklagen ausgeglichen werden müssen.
Die 791 Mitglieder der Innung haben nun bis 2. September Zeit, ihre Meinung dazu schriftlich mitzuteilen. Bei der Fachgruppentagung am 8. Oktober wird über das Vorhaben dann abgestimmt.
Reaktion
„Die geplante Erhöhung ist eine Unverschämtheit und ein Schlag ins Gesicht aller Unternehmer“, teilt ein betroffenes Mitglied dem KURIER mit. „Die ganzen Bemühungen der neuen Kammerpräsidentin, die WKO zu reformieren, kann sie bei solchen Aktionen vergessen. Die WKO/WKW ist damit wieder einmal total unglaubwürdig.“
Dazu hält die WKW auf Anfrage fest: „Fachgruppen besitzen eine eigene Rechtspersönlichkeit, einen eigenen Wirkungsbereich und Haushalt. Über Aufgaben, Ziele und Budget entscheiden alle Unternehmer der jeweiligen Fachgruppe selbst im Rahmen der Fachgruppentagungen. Unabhängig davon verfolgt die Wirtschaftskammer Wien ihren eingeschlagenen Sparkurs konsequent weiter.“
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