Wirtschaft
19.10.2017

Wirtschaftskammer: Leitl sondiert Nachfolger

Die Spekulationen über eine vorzeitige Ablöse von Christoph Leitl verdichten sich. "Es drängt mich nichts", sagt er selbst.

Hinter vorgehaltener Hand werden seit Monaten Gerüchte über eine vorzeitige Ablöse Christoph Leitls an der Spitze von Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) und Wirtschaftsbund gestreut; am Mittwoch, als das Präsidium des ÖVP-Wirtschaftsbundes tagte, verdichteten sich die Spekulationen. "Es drängt mich nichts", sagte Leitl am Donnerstag zur APA, bestätigte aber auch erste Sondierungsgespräche.

"Nach der Wahl ist der richtige Zeitpunkt mit allen Zuständigen zu reden und daher habe ich eingewilligt, in dieser Frage zu sondieren", räumte der WKÖ- und Wirtschaftsbund-Präsident im Rahmen am Rande eines Pressegesprächs ein. In beiden Funktionen ist er bis 2020 gewählt.

Auf einen konkreten Zeitplan über eine mögliche Verkürzung der Funktionsperiode will sich Leitl derzeit nicht festlegen. Einen Rückzug als Wirtschaftsbund Präsident bis zum ersten Quartal 2018 sowie als WKÖ-Chef Mitte 2018 wollte er jedenfalls nicht bestätigen. "Zuerst müssen wir eine gute Lösung haben." So sei auch die EU-Ratspräsidentschaft Österreichs im zweiten Halbjahr 2018 mitzuüberlegen.

Mahrer als möglicher Nachfolger

Wie auch in seinem privaten Umfeld wolle er "eine Betriebsübergabe machen, die ordentlich überlegt und gut vorbereitet ist". "Dass ein paar ein bisschen zu kratzen anfangen, naja ...", meinte Leitl betont entspannt. "In Rückabspielung des Zeitplans bis 2020 tut man halt jetzt ein bisschen spekulieren."

Informierten Kreisen zufolge will er mindestens bis Ende 2018 Wirtschaftskammerpräsident bleiben und so noch den österreichischen EU-Vorsitz begleiten können. Als mögliche Nachfolger werden beispielsweise Noch-Wirtschaftsminister Harald Mahrer, der steirischen WKÖ-Landespräsident Josef Herk und der Wiener Landespräsident Walter Ruck, aber auch die Tirolerin Martha Schultz gehandelt, wie auch "Der Standard" (Donnerstagsausgabe) berichtet.