Wirtschaft
28.03.2017

Defizite bei der Job-Integration von Migranten

Studie: Bildungsunterschiede im Vergleich zu anderen Ländern gravierend

Der Befund ist nicht neu, sorgt aber trotzdem für Debatten: Österreich zählt bei der Job-Integration von gering qualifizierten Migranten nicht zu den Vorzeigeländern, geht aus einer aktuellen WIFO-Studie hervor. Das WIFO verglich Länder mit ähnlicher Zuwandererstruktur wie Deutschland, Belgien, Frankreich und die Niederlande. Dabei zeigt sich, dass Österreich vor allem bei der Bildungsintegration, aber auch bei der Wohnsituation von Zuwanderern schlechter abschneidet.

Armutsrisiko

Defizite gibt es vor allem bei der sozialen Intergration. Das Armutsrisiko ist bei im Ausland Geborenen um 13,7 Prozentpunkte höher als bei den im Inland Geborenen, der Anteil an Wohnungseigentümern ist um 31,7 Prozentpunkte niedriger, dafür leben Migranten um 22,9 Prozentpunkte häufiger in beengten Wohnverhältnissen. Der Anteil von Wohnbesitz unter Zuwanderern liegt um 32 Prozent unter dem der Österreicher - derstandard.at/2000054951145/Migranten-Oesterreich-bei-Bildung-weit-abgeschlagen

Besonders schwierig ist die Situation für Personen mit türkischen Migrationshintergrund sowie wie für Zuwanderer außerhalb Europas. Sowohl die Arbeitslosenquote als auch der Anteil der frühen Schulabgänger ist unter diesen Zuwanderergruppen besonders hoch. WIFO-Studienautor Peter Huber spricht von einem "holprigen Integrationsprozess".

Das Armutsrisiko von Migranten ist um 13,7 Prozentpunkte höher als das von Inländern. Der Anteil von Wohnbesitz unter Zuwanderern liegt um 32 Prozent unter dem der Österreicher. Auch die Größe des Wohnraums ist bei Migranten viel geringer - derstandard.at/2000054951145/Migranten-Oesterreich-bei-Bildung-weit-abgeschlagen

Das Armutsrisiko von Migranten ist um 13,7 Prozentpunkte höher als das von Inländern. Der Anteil von Wohnbesitz unter Zuwanderern liegt um 32 Prozent unter dem der Österreicher. Auch die Größe des Wohnraums ist bei Migranten viel geringer. - derstandard.at/2000054951145/Migranten-Oesterreich-bei-Bildung-weit-abgeschlagen

Frühzeitige Intervention

Um die Integration zu verbessern, empfiehlt das WIFO unter anderem eine frühzeitige Intervention, etwa um Deutsch-Kenntnisse zu erwerben. Es sei aber auch eine gezielte Anti-Diskriminierungspolitik am Arbeitsmarkt notwendig. "Umfragen zeigen uns: Wer einen türkischen Namen hat, wird seltener zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen", sagt Huber.

Die gesamte WIFO-Studie finden Sie hier