Wirtschaft
26.05.2017

Wifo-Studie: Ausländer verdienen weniger, Inländer mehr

Entscheidend für mehr Lohn ist ein stabiler Arbeitsplatz, den Ausländer oft nicht haben.

Die Schere zwischen Ausländern sowie schlecht ausgebildeten Österreichern und dem Rest der Werkstätigen ist in den letzten Jahren deutlich aufgegangen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Wifo-Studie, aus der der Standard vorab zitiert.

Die Reallöhne der Beschäftigten ohne österreichische Staatsbürgerschaft seien seit dem Jahr 2000 um über drei Prozent gefallen, während sie für Österreicher um neun Prozent gestiegen seien. Das mittlere Bruttoeinkommen eines Österreichers war 2000 im Monat noch 270 Euro höher als das eines Ausländers. 2015 waren es schon 530 Euro, zitiert die Zeitung.

Ganz entscheidend sei, ob jemand einen stabilen Arbeitsplatz habe und von den jährlichen Lohnerhöhungen profitiere oder laufend den Job wechseln müsse. 34,1 Prozent der Arbeitnehmer gelten als instabil Beschäftigte, die nur mit Unterbrechungen gearbeitet oder Saisonarbeit geleistet haben. Ihr Löhne stagnierten zwischen 2000 und 2015 (plus 0,3 Prozent) während die stabil Beschäftigten real um sieben Prozent mehr verdienten.

Da mehr als die Hälfte der Ausländer (56 Prozent) nicht stabil beschäftigt sind, sind sie von dieser Entwicklung besonders hart getroffen. Von den Österreichern sind nur 28 Prozent nicht in einem stabilen Arbeitsverhältnis. Mit der Öffnung des Arbeitsmarktes für Menschen aus den osteuropäischen EU-Staaten sei es zu einem Knick in deren Entlohnung gekommen. Sie seien überdurchschnittlich oft im Tourismus, in der Landwirtschaft oder als Leiharbeiter tätig.

Das österreichische System belohne Menschen in stabilen Arbeitsverhältnissen, vermerkt das Wifo laut "Standard". Zwei Drittel der Österreicher hätten daher deutlich gestiegene Reallöhne erlebt. Am wenigsten haben junge Österreicher davon profitiert - und Österreicher mit maximal einem Pflichtschulabschluss. Jüngere und Akademiker würden aber teilweise die Flexibilität instabiler Beschäftigung gerne nutzen.