Sarah Wiener, EU-Abgeordnete der Grünen

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Wirtschaft
08/27/2019

Wiener: Fleischkonsumenten mitschuldig an Amazonas-Bränden

Die Grünen-Politikerin und Starköchin sieht Käufer von Fleisch aus Massentierhaltung in der Verantwortung.

Die Brände in Brasilien wüten weiter. Viele Feuer wurden allerdings von Bauern auf abgeholzten Flächen selbst gelegt, um neue Weideflächen zu schaffen. Aufgrund vorherrschender Trockenheit greift das Feuer nun weiter auf intakte Waldgebiete über.

Die Grünen-Politikerin Sarah Wiener sieht einen kausalen Zusammenhang zum Konsum von Fleisch aus Massentierhaltung. In einem Gastbeitrag für die deutsche Bild-Zeitung schreibt die EU-Abgeordnete: "Wer Fleisch aus der industriellen Massentierhaltung kauft, macht sich leider mitschuldig an dem Inferno."

Für die Starköchin, die derzeit für die österreichischen Grünen in Brüssel sitzt, geht es um den "schnellen Profit mit Tieren". Demnach würden die Wälder vor allem für Soja-Plantagen und Rinderfarmen gerodet. Das Fleisch werde dann zu niedrigsten Preisen weltweit an den Konsumenten gebracht.

Wiener zeigt auch eine Alternative auf: Biofleisch aus der eigenen Region kaufen.

In der norddeutschen Uckermark betreibt die Österreicherin selbst eine biodynamische Landwirtschaft auf rund 800 Hektar mit 29 Mitarbeitern.

Experte: Verzicht auf Fleisch sinnvoll

Bringt eine Reduzierung des Fleischkonsums tatsächlich etwas für die Umwelt? Patrick Zimmermann, Klimaexperte beim WWF Deutschland, hat dazu kürzlich dem deutschen Online-Magazin Neon Rede und Antwort gestanden: "Es ist tatsächlich so, dass der Verzicht auf Fleisch sehr sinnvoll ist. Fast 70 Prozent des Klimafußabdrucks unserer Ernährung sind auf tierische Produkte wie auch Milch, Käse und Eier zurückzuführen." Er plädiert daher auch für eine Ernährung, die regional, saisonal und bio zusammengesetzt ist.

Fleischpreise in Österreich im EU-Schnitt am höchsten

Österreich hat im Übrigen unter allen 28 EU-Ländern die höchsten Fleischpreise. Der heimische Preisniveauindex liege bei 146, teilte die Statistikbehörde Eurostat am Dienstag mit.