Wirtschaft
01.06.2017

Wiener Börse will Handelsumsatz um ein Drittel steigern

Ab sofort sind auch US-Aktien handelbar.

Christoph Boschan (Bild), Chef der Wiener Börse, setzt sich große Ziele. So soll der Handelsumsatz bis Ende 2020 um ein Drittel wachsen (2015: rund 30 Mrd. Euro bei Aktien). Gelingen soll dies u.a. mit einer Verbreiterung des Angebots. Ab sofort können direkt über die Wiener Börse 130 US-Aktien (Dow Jones, Nasdaq) gehandelt werden. Das Angebot – Infos unter www.wienerborse.at/global-market) – ist laut Boschan günstiger, Kauf und Verkauf erfolgen in Euro. Weitere ausländische Titel sollen folgen. "Diversifikation mit Hilfe ausländischer Titel ist sinnvoll, aber der Kauf kann auch in Österreich erfolgen." Dass der Handel nur zu den heimischen Handelszeiten zwischen 9 und 17.30 Uhr möglich ist und damit ein Großteil des US-Handels (bis 22 Uhr mitteleuropäischer Zeit) verpasst wird, hält der Börsechef für unproblematisch.

Generell sieht er den heimischen Handelsplatz gut aufgestellt. Bei österreichischen Aktien hat er 75 Prozent Marktanteil. In den vergangenen 25 Jahren habe die Renditze im Durchschnitt sechs Prozent betragen. Seit 2012 haben sich zwar 18 Firmen von der Börse verabschiedet, in anderen Ländern seien die Zahlen aber ähnlich. Neuzugänge gab es hingegen in Österreich aber de facto keine. Wachsen will der Wiener Börsebetreiber zudem im Datenvertrieb, in der Indexberechnung und bei IT-Services.

Auch Heimo Scheuch, Chef von Wienerberger und Börse-Aufsichtsratschef, stellt sich hinter den Handelsplatz. "In Wien geht viel weiter. Österreicher neigen dazu, Dinge schlecht zu reden. Wir müssen uns im regionalen Kontext messen und nicht mit Frankfurt oder New York." Die Politik müsse einen Bewusstseinswandel in Österreich für Aktien herbeiführen. "Die Aktienquote ist mit drei Prozent katastrophal niedrig." Zudem bestehe die Gefahr der Überregulierung, Österreich gebe mehr vor, als Brüssel verlange.

Börsepreis

Mittwochabend wurde indes zum zehnten Mal der Börse-Preis vergeben. In der ATX-Kategorie siegte voestalpine vor Lenzing und Schoeller-Bleckmann. Bei den "Small & Mid Cap" kam die Strabag auf den ersten Platz. Der "Corporate Bond"-Preis geht an die CA Immo.