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Wirtschaft
02/26/2020

Wiener Biotech-Firma: Coronavirus-Impfung bis Jahresende möglich

Themis-Chef Erich Tauber: "Könnten sehr schnell Impfstoff herstellen". Gemeinsame Projekte bereits angelaufen

von Anita Staudacher

Wann gibt es die erste Schutzimpfung gegen Covid-19? Im Kampf gegen die neue Infektionskrankheit sind bereits weltweit Entwicklungsprojekte angelaufen. Dank neuer Technologien, so genannter Schnellreaktionsplattformen, hoffen die Forscherteams, binnen weniger Monate  Impfstoff-Prototypen bis zur klinischen Prüfung entwickelt zu haben.

„Wir könnten sehr schnell einen Impfstoff herstellen“, sagt Erich Tauber, Mitgründer des Wiener Impfstoffentwicklers Themis Bioscience. Die  Biotech-Firma hat sich auf die Entwicklung von Impfstoffen gegen Infektions- und Krebserkrankungen spezialisiert. In der Pipeline befinden sich aktuell  etwa Impfstoffe gegen das Zika- und das Lassa-Virus. Themis setzt dabei auf eine Impfstoffplattform, die auf dem Masernvirus  basiert.  

Bis zur Zulassung einer Schutzimpfung dauert es normalerweise viele Jahre, weil mehrere klinische Studien durchlaufen werden müssen, in denen das Mittel erprobt werden muss. Beim Coronavirus dürften die Zulassungsbehörden „deutlich progressiver agieren“, glaubt Tauber. Möglicherweise sei aber vor Beginn der nächsten Grippesaison 2020/21 schon ein Impfstoff verfügbar.

Finanzierungsrisiko

Für kleine Entwickler wie Themis sei jedoch das Finanzierungsrisiko viel zu hoch, meint Tauber. Themis bemüht sich daher um einen Vertrag mit  der internationalen Impfstoff-Initiative CEPI (Coalition for Epidemic Preparedness Innovation). Die CEPI wurde 2017 von mehreren staatlichen und nicht-staatlichen Geldgebern als Reaktion auf die Ebola-Krise 2014 gegründet. Auch die Bill und Melinda Gates Foundation finanziert mit.  Themis kooperiert bei der Lassa-Impfstoff-Entwicklung mit CEPI.

Plattformtechnologie

Die Initiative gab - in Abstimmung mit der Weltgesundheitsorganisation WHO - bereits Ende Jänner den Start von drei Programmen zur Entwicklung von Impfstoffen gegen das Coronavirus bekannt. Dabei setzt man vor allem auf Schnellreaktionsplattformen. Diese „Plattformtechnologie“ bezieht sich auf Systeme, die die gleichen Grundkomponenten als Basis verwenden, aber bei Bedarf durch Einfügen neuer genetischer oder Proteinsequenzen für den Einsatz gegen verschiedene Krankheitserreger angepasst werden können. Auch der Impfstoff-Hersteller GlaxoSmithKline (GSK) kooperiert mit CEPI und setzt seine eigene Plattform-Technologie im Kampf gegen das Coronavirus ein.

Massenproduktion dauert

Schwieriger als die  Entwicklung dürfte die rasche Produktion und Distribution der Impfstoffdosen werden. Die Impfstoff-Produktion ist auf wenige Standorte konzentriert und meist auf Jahre hinaus ausgelastet. Hier müssten erst Kapazitäten freigegeben werden, meint Tauber.

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