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Nach Tod des Chefs: Wiener Café Engländer meldet Insolvenz an

Das traditionsreiche Wiener Lokal ist insolvent, Löhne und Gehälter sind seit Juni teilweise offen, 30 Mitarbeiter betroffen.
Hotspot Cafe Engländer am Praterstern

Zusammenfassung

  • Die Betreibergesellschaft des Wiener Café Engländer hat nach dem Tod des Geschäftsführers beim Handelsgericht Wien ein Sanierungsverfahren beantragt.
  • Als Ursachen der Zahlungsunfähigkeit nennt der AKV die Finanzierung erfolgloser anderer Unternehmungen sowie einen Vermögensabfluss in die Sphäre des ehemaligen Geschäftsführers.
  • Das Unternehmen mit 30 Beschäftigten und Verbindlichkeiten von rund 1,1 Mio. Euro soll fortgeführt und im Rahmen eines Sanierungsplans entschuldet werden.

Die Betreibergesellschaft des bekannten Wiener Innenstadtlokals Café Engländer ist insolvent. Über das Vermögen der Christian Wukonigg GmbH des gleichnamigen, kürzlich verstorbenen Geschäftsführers sei beim Handelsgericht Wien ein Antrag auf Eröffnung eines Sanierungsverfahrens eingebracht worden, teilte der Alpenländische Kreditorenverband (AKV) am Montag mit.

Eva-Maria Wukonigg-Fletzberger wurde nach Ableben des bisherigen Geschäftsführers und Mitgesellschafters am 22. Juli zur Notgeschäftsführerin bestellt. Diese sei zuvor nicht vollumfänglich in den Unternehmensbetrieb eingebunden gewesen und musste sich erst einen Überblick über die wirtschaftliche Lage des Unternehmens verschaffen, schreibt der AKV. Ergebnis sei nun der Antrag auf Sanierung.

Vermögensabfluss in Sphäre des ehemaligen Geschäftsführers

Die eingetretene Zahlungsunfähigkeit werde auf die Finanzierung anderer Unternehmungen, welche nicht den erhofften Erfolg erzielt hätten, sowie auf einen Vermögensabfluss in die Sphäre des ehemaligen Geschäftsführers zurückgeführt.

Das Unternehmen beschäftigt den Angaben zufolge 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Löhne und Gehälter seien teilweise seit Juni 2026 offen. Betroffen seien bisher 47 Gläubigerinnen und Gläubiger mit Gesamtforderungen von rund 1,1 Mio. Euro. Die bestehenden Vermögenswerte müssen erst im Insolvenzverfahren erhoben werden. Laut eigenen Angaben bestehen diese hauptsächlich aus der typischen Ausstattung eines Cafés, Liegenschaften befinden sich demnach nicht im Eigentum der Antragstellerin.

Unternehmensfortführung angestrebt

Wukonigg-Fletzberger beabsichtigt laut AKV die Fortführung ihres Unternehmens und strebt eine Entschuldung im Rahmen eines Sanierungsplans an. Sie bietet den Gläubigerinnen und Gläubigern derzeit die gesetzliche Mindestquote von 20 Prozent, zahlbar innerhalb von 2 Jahren ab Annahme des Sanierungsplans. Forderungen können ab sofort angemeldet werden.

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