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Wirtschaft
10/14/2020

Wie sich Unternehmen für die Zeit nach Corona aufstellen müssen

Mitarbeiter-Management und digitale Fertigungsstrategien müssen auf neue Beine gestellt werden.

Auch wenn sich das Coronavirus noch auf dem Vormarsch befindet und sich das Ende der Pandemie nicht seriös prognostizieren lässt, sollten sich Unternehmen jetzt schon Gedanken über die Zeit danach machen. Denn die Corona-Krise hat drei Veränderungen in der Gesellschaft, die es vorher schon gab, beschleunigt, sagt Nikolaus Lang, Senior Partner beim Beratungsunternehmen BCG. Und das schlägt sich voll auf die Wirtschaft nieder.

Spannungen nehmen zu

„Dazu zählen soziale Spannungen, nationalistische Geopolitik und digitale Transformation“, sagt Lang. Die sozialen Spannungen nehmen zu, weil „durch Covid-19 weltweit 150 Millionen Menschen arbeitslos und damit ärmer werden“, prognostiziert der Experte. Der ökonomische Nationalismus wiederum werde nicht nur durch Phänomene wie die Entkoppelung der USA von China befeuert. Vielmehr hätten durch Covid-19 zahlreiche Länder Exportbanne ausgerufen, etwa Ausfuhrverbote von Masken und Schutzkleidung. Das Freihandelskonzept der vergangenen Jahrzehnte gebe es so nicht mehr.

Nicht zuletzt habe die digitale Transformation enorm an Fahrt aufgenommen. „Vor Covid-19 haben 95 Prozent der Angestellten im Büro gearbeitet, während des Lockdowns haben 95 Prozent zu Hause gearbeitet. Wir gehen davon aus, dass in zwei bis drei Jahren 40 Prozent der Angestellten zu Hause arbeiten werden“, schätzt Lang.

Mehr Relevanz

Die Beschleunigung macht drei Strategien relevanter, meint der BCG-Partner: Verantwortung gegenüber der Gesellschaft, flexible Produktion und neues Mitarbeiter-Management. Als Beispiel für soziale Verantwortung führt er den brasilianischen Kosmetikkonzern Natura & Co an, zu dem unter anderem die Kosmetikhandelskette The Body Shop gehört. Dieser würden den lokalen Vertriebsteams – Tausenden Verkäuferinnen – nicht nur Geld, sondern auch Ausbildung, etwa in Buchhaltung und Präsentation, bieten.

Neue digitale Fertigungsstrategien betreffen Unternehmen wie VW. Da das Thema Auto durch E-Autos, autonomes Fahren und vernetzte Autos immer komplexer wird, muss sich der Konzern von seiner reinen Automobil-Wertschöpfungskette verabschieden und zu einem Netzwerk mit 50 bis 60 Partnern, die aus verschiedenen Branchen und Ländern stammen, entwickeln. „Das Thema Auto wird immer komplexer, das kann man nicht mehr alles selber machen“, sagt Lang.

Der Landmaschinenhersteller John Deere bietet wiederum eine digitale Plattform an, auf die jeder Bauer mit seinem Smartphone zugreifen kann. Dort bekommt er Informationen für die beste Bewässerung und Düngung der Felder, basierend auf der Wetterlage, Temperatur oder dem Bodenzustand.

Wichtig für KMU

„Die Mitarbeiterentwicklung muss darauf reagieren, dass immer weniger in Silos, also den klassischen Abteilungen, sondern in flexiblen Teams gearbeitet wird“, meint Lang. Der Fokus liege stärker auf dem Endkunden, der stärker in die Überlegungen der Produktion einbezogen werde.

Der Konsumgüterhersteller Unilever habe zum Beispiel eigene Teams für Haarpflege Jugend, Männer und Senior. Diese Strategien würden nicht nur für große Konzerne, sondern auch für die zahlreichen KMU in Österreich gelten. Für viele sei es sogar wichtig, auf den Zug aufzuspringen, da sich dadurch unter anderem die Abwanderung qualifizierter Arbeitskräfte verhindern lasse.

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