Oktoberfest Carousel

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Wirtschaft
05/02/2021

Wie man in Pandemiezeiten tanzen und Karussell fahren soll

Die Betriebe bereiten sich auf die Öffnung Mitte Mai vor. Doch vieles bleibt anders.

von Simone Hoepke

Den 19. Mai haben sich viele rot in den Kalender eingetragen. Der Tag, an dem – wenn alles nach Plan läuft – so gut wie alles wieder aufsperrt. Inklusive Tanzschule und Vergnügungspark. Aber wie tanzt man eigentlich in Pandemiezeiten und welche Regeln gelten beim Karussellfahren?

Der KURIER hat bei jenen nachgefragt, die sich gerade auf die Öffnung vorbereiten. Und da gibt es noch viele ungeklärte Fragen.

Birgit Jung, Chefin von der Wiener Tanzschule Fred Astair, ist dieser Tage dabei, ihre Tanzschule wieder „in Schuss“ zu bringen. Sprich, auf den Corona-Betrieb einzuschwören. Die Garderobe darf dann nur noch gestaffelt betreten werden, den Kunden wird geraten, sich möglichst nicht mehr lange vor Ort umzuziehen. Und im Tanzsaal bekommt jeder einen eigenen Sitzplatz zugewiesen, auf den er seine persönlichen Dinge platzieren darf. „Damit nicht alles durcheinanderkommt“, sagt Jung.

Natürlich wird auch alles kontrolliert, registriert und desinfiziert und vermutlich muss ab Gruppen mit elf Teilnehmern ein Coronabeauftragter vor Ort sein. "90 Prozent Aufwand, für 10 Prozent vom Normalgeschäft, als sich jeder einfach anmelden konnte und hergekommen ist", schätzt Jung.

Savina Irmela

Sie ist gerade dabei, mit ihren alten Kunden wieder Kontakt aufzunehmen sowie mit jenen, die im Lockdown online unterrichtet wurden. Online-Tanzunterricht? Das funktioniert vor allem bei jenen, die mit den Profis arbeiten, wie sie Fred Astair auch unterrichtet. Das Studio ist auf Kleingruppen, Einzelstunden und Trainerausbildungen spezialisiert. „Wir haben in der Pandemie eine Stunde so unterrichtet, dass man nebeneinander getanzt hat. Völlig ohne Berührung.“

Paare aus dem gleichen Haushalt dürfen zwar miteinander tanzen, aber es kommen eben auch viele Singles zu den Stunden. „Jetzt wird es sicher Berührungsängste geben“, sagt Jung. Sie fürchtet, dass viele noch einen Bogen um die Tanzschulen machen werden und viele ihrer Konkurrenten auch gar nicht aufsperren werden. Vor allem jene, die bisher mit großen Gruppen gearbeitet haben. Nachsatz: „Und das, obwohl es in unserer Branche keine Clusterbildungen gegeben hat.“

Tagada mit Stofftieren

Auch der Schausteller Peter Wiesbauer bereitet sich schon auf die Öffnung vor. Seine Familie ist unter anderem im Familienfahrgeschäft und betreibt ein Autodrom. Was alle in seiner Branche gemeinsam haben: Relativ lange Vorlaufzeiten. „Wir brauchen vier bis sechs Wochen zum Hochfahren“, sagt Wiesbauer. Wer seine Geräte bei Kirtagen, Messen und Veranstaltungen aufbaut, braucht entsprechende Genehmigungen. Das beginnt schon für die Sondertransporte der Teile, die immer entweder zu schwer oder zu lang sind. Dazu kommen Hygiene- und Sicherheitskonzepte sowie technische Gutachten.

Wie die Auflagen für die Branche konkret aussehen werden, bleibt noch abzuwarten. Die Verordnung liegt noch nicht auf dem Tisch. „Beim Karussell war zuletzt ein leerer Sitzplatz zwischen den Besuchergruppen vorgesehen.“ Wie viele Personen eine Besuchergruppe umfassen darf, ist aber noch offen. „Beim Tagada kann man dann zum Beispiel große Stofftiere in einen Sitz schnallen, die dann als Abgrenzung der Gruppen dienen.“

Wenig Probleme sieht er beim Autodrom. Schließlich würden da ja maximal zwei Personen aus einem Haushalt in einem Wagen sitzen. Nachgedacht werde aber über eine Besucherstromregelung beim Ein- und Aussteigen aus den Autos. Aus Sicht von Wiesbauer hätte diese auch Nachteile. „Sie würde schließlich zu Staus beim Ein- und Ausgang führen.“

98 Prozent der Vergnügungsparks sind im Freien, sagt Wiesbauer. Deswegen wird aus seiner Sicht auch keine Kontrolle von Corona-Tests oder des Grünen Passes nötig sein. „Das wäre bei uns praktisch auch gar nicht möglich, weil wir an der Kassa ja gar nicht wissen, für wen die Fahrchips gekauft werden.“

Er und seine Kollegen seien jedenfalls froh, dass sie endlich wieder aufsperren dürfen. "Es ist wichtig, dass die Geräte laufen, auch für die Motoren und die Wartung." Deswegen hätten viele zuletzt ihre Anlagen auf der sprichwörtlichen Grünen Wiese aufgebaut. Verdienen könne man damit aber nichts. Es fehle die Frequenz, die Messen, Großveranstaltungen und Kirtage mit sich bringen.

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