Wirtschaft
18.09.2017

Wie bei Lifestyle-Trends aufs Risiko vergessen wird

Drohnen, E-Bikes oder Haustiere: Weil hohe Schäden möglich sind, wittern Versicherungen gute Geschäfte.

Alleine im Vorjahr wurden in Österreich 70.000 E-Bikes gekauft? Was, wenn es Schäden am Motor gibt, es gestohlen wird oder ein Unfall mit dem schnelleren und schwereren Rad gibt? "Eigentlich besteht für Fahrzeuge, die schneller als 25 km/h fahren, Versicherungspflicht", klärt Thomas Neusiedler, Vorstand für den Bereich Schaden-Unfall bei der Helvetia Versicherung auf. Seiner Schätzung nach aber haben nur zehn Prozent aller E-Bike-Besitzer ihr Gefährt versichert.

Im Schadensfall bleiben sie auf den Kosten sitzen. Eine entsprechende Versicherung koste abhängig vom Kaufpreis zwischen 120 und 350 Euro im Jahr. Komme es beim Ausleihen eines E-Bikes zu einem Unfall, könnten Schäden über die Haftpflichtversicherung gedeckt sein. Gleiches gelte für die ebenfalls in Mode kommenden E-Scooter.

Drohnen

Nicht zu unterschätzen seien auch die Gefahren bei Drohnen. 2400 genehmigte Drohnen sind in Österreich unterwegs, verkauft wurden aber bereits Zehntausende. Wenn die Drohne abstürzt und dabei Sachen beschädigt oder Personen verletzt, haftet der Eigentümer. "Die ersten Anfragen kamen von Fotografen", sagt Neusiedler. Entscheidend sei das Gewicht. Wiegt die Drohne unter 250 Gramm, so sei sie bei einem Schaden Fall für die Haftpflichtversicherung. Liege das Gewicht darüber, so würde sie unter das Luftfahrtgesetz fallen und somit bestünde Versicherungspflicht. Bis 1,5 kg kostet die Polizze bei der Helvetia 69 Euro im Jahr. "Wir haben aber noch keine 100 Stück versichert", so Neusiedler. Das Gesamtmarkt-Prämienvolumen schätzt er auf derzeit nur eine Million Euro.

Schon länger, nämlich seit rund zehn Jahren, werden Hunde und Katzen krankenversichert (inkl. Impfungen). Trotz der knapp 2,4 Millionen Tiere im Land ist das Prämienvolumen mit 1,5 Mio. Euro bei Helvetia (Marktführer in dem Bereich) überschaubar. "Reich werden wir damit nicht", so Neusiedler.

Vertragskündigung

Je nach Umfang beträgt die Prämie zwischen 180 und 380 Euro im Jahr. Eine Halte-Haftpflicht kostet extra 45 bzw. 58 Euro. Da Operationen bei Tieren teuer sind, kann es vorkommen, dass der Schaden für die Helvetia zu hoch wird. Dann kann es laut Neusiedler zur Vertragskündigung kommen. "Das verstehen die Kunden gar nicht."

Um rund 100 Euro im Jahr gibt es eine Versicherung gegen Schäden bei den immer beliebter werdenden Photovoltaikanlagen. Inkludiert seien auch Schäden infolge der Stromunterbrechung sowie Ersatzleistung für den Stromzukauf und dem Entgang von Einspeiszahlungen.

Als nächstes großes Thema stehen Neusiedler zufolge Versicherungen gegen Cybercrime vor der Tür. "Wir arbeiten gerade daran, die Bedingungen für Private sind aber eine Herausforderung."