APA8990646-2 - 08082012 - WIEN - ÖSTERREICH: ZU APA-TEXT WI - OMV AG-Chef Gerhard Roiss am Mittwoch, 08. August 2012, während einer Pressekonferenz zum Thema ""Ergebnis 1. Halbjahr" in Wien. APA-FOTO: HANS KLAUS TECHT

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Wettbewerb um Investitionen
04/08/2014

OMV wettert gegen höheren Förderzins

Gerhard Roiss: "Die Erhaltung der Öl- und Gasproduktion in Österreich ist teuer."

von Irmgard Kischko

Jede Tonne Öl und Gas, die die OMV in Österreich fördert, freut den Finanzminister: Denn er bekommt dafür bares Geld in die Staatskasse. 14 Prozent der Öl-, 19 Prozent der Gaserlöse überwies die OMV bisher an den Staat. Rückwirkend per 1. Jänner soll dieser Förderzins bei Öl auf 20 Prozent und bei Gas auf 22 Prozent steigen.

"Das sind fast 40 Millionen Euro, die wir pro Jahr mehr zu zahlen haben. Natürlich geht das aufs Ergebnis", ärgert sich OMV-Chef Gerhard Roiss. Was ihn besonders aufregt, ist, dass der höhere Förderzins ohne Vorwarnung und noch dazu rückwirkend kommen soll.

"Die Berechenbarkeit für Investitionen geht damit verloren. Das ist ein Schaden für den Standort", betonte Roiss. Zwar will er an den geplanten 400 Millionen Euro Investitionen in die Öl- und Gasförderung im Weinviertel/Marchfeld für heuer und 2015 nicht rütteln, längerfristig aber will er nichts versprechen.

Denn die Länder stünden international im Wettbewerb um Investitionen. Während Österreich den Förderzins anhebe, hätten etwa Ungarn oder Deutschland die Förderzinsen für inländische alte Öl- und Gasfelder reduziert oder sogar auf null gesetzt.

Und Österreichs Öl- und Gasvorkommen seien ebenso wie die ungarischen bereits zu einem hohen Maß ausgebeutet. "Die Förderung in diesen alten Felder zu erhalten erfordert hohes Know-how und ist teuer", erklärte der OMV-Chef. Über Jahre sei die heimische Öl- und Gasförderung rückläufig gewesen. Ihren Höhepunkt hatte sie 1957 mit 81.000 Fass (je 159 Liter) pro Tag, ihren Tiefpunkt in den 1980er-Jahren mit 29.000 Fass. Jetzt konnte die Produktion auf etwa 34.000 Fass stabilisiert werden.

Libyen

Sorgen bereitet der OMV erneut das krisengeschüttelte Libyen. Die Ölförderung in dem Land stehe sei drei Wochen still, sagte Roiss. Im Februar hatte die OMV dort noch 70 Prozent der sonst üblichen Fördermenge produzieren können. Streiks und Stammesfehden würden jetzt aber die gesamte Produktion – vom Bohrloch bis zu den Pipelines und Häfen – beeinträchtigen.

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