Wirtschaft
25.11.2018

Wenn sich der Rauch verzogen hat

Der Zigarettenabsatz geht zurück, die Branche sucht nach zusätzlichen Einnahmequellen.

In der ersten Wochenhälfte wurden die Trafiken überrannt. Angesichts des ersten 7-fach-Jackpots in der Lotto-Geschichte gab es an die 20 Millionen Tipps – fast sechs Mal so viel wie normal. 6,5 bis acht Prozent der Tipp-Einnahmen, je nach Vertrag, macht die Spanne für den Trafikanten aus. Eine drohende Kürzung dieser Spanne „ist vorläufig vom Tisch“, sagt Andreas Schiefer, Obmann der Wiener Trafikanten. Nachsatz: „Ich bin gelernter Trafikant seit 22 Jahren und immer auf der Hut.“

Wichtig sind diese Einnahmen allemal, weil weniger geraucht wird. Aus gesundheitspolitischer Sicht zwar zu begrüßen, sagt Hannes Hofer, Chef der Monopolverwaltung. Für die Trafiken müssten aber andere Ertragsquellen angezapft werden. Mit aktuell knapp 2400 Standorten sind die Trafiken immer noch jener Nahversorger, der über das dichteste Filialnetz verfügt. Viel weniger sollten es nicht mehr werden, um die Nahversorgung nicht zu gefährden, so Hofer. Er ist daher laufend auf der Suche nach Produkten und Dienstleistungen.

Kaltgetränke dürfen schon länger ausgeschenkt werden, seit kurzem auch Heißgetränke. Ein guter Trafikant „verkauft Genuss und Lust und manchmal Laster“, sagt Otto Trsnjek (gespielt von Johannes Krisch), Titelgeber im derzeit in den Kinos laufenden Film „Der Trafikant“.

Außerdem ist die Monopolverwaltung gerade dabei, das Anbringen von Bankomaten in und an Trafiken zu erlauben – was Mieteinnahmen bringt. Und in einem Pilotprojekt werden Geldtransfer-Leistungen in der Trafik getestet.