Wendelin Wiedeking 2007, damals noch strahlender Porsche-Vorstand.

© REUTERS/CHRISTIAN CHARISIUS

Wendelin Wiedeking
08/27/2014

Ein Prozess zum Geburtstag

Der ehemalige Porsche-Boss muss doch vor Gericht, Verdacht auf Marktmanipulation.

von Christine Klafl

Wendelin Wiedeking gilt als einer der erfolgreichsten Manager Deutschlands. Mit ihm an der Spitze fand der Sportwagenbauer Porsche aus der Krise und fuhr von einem Rekord zum nächsten. An einem ehrgeizigen Plan scheiterte Wiedeking jedoch – an der mehrheitlichen Übernahme des viel größeren VW-Konzerns durch Porsche. Letztlich wurde Porsche von VW geschluckt, Wiedeking musste abtreten (siehe unten: Das Imperium von Volkswagen).

Jetzt, mehr als fünf Jahre nach seinem Abgang, holt ihn die Geschichte der gescheiterten Übernahme doch noch ein. Er muss, genau so wie sein früherer Finanzvorstand Holger Härter, wegen des Verdachts der Marktmanipulation vor Gericht, teilte das Stuttgarter Oberlandesgericht mit. Die Richter hoben damit eine Entscheidung des Stuttgarter Landesgerichts vom April auf, das die Eröffnung eines Hauptverfahrens abgelehnt hatte. Die Staatsanwaltschaft hatte Beschwerde gegen die Entscheidung des Landesgerichts eingelegt – und bekam nun vom OLG Recht. Das OLG hält eine Verurteilung demnach nicht für ganz unwahrscheinlich. Bei einer Verurteilung drohen Geldstrafen, im Höchstfall sogar bis zu fünf Jahre Haft.

Fehlinformation

Der Vorwurf: Während der Übernahmeschlacht zwischen Porsche und VW in den Jahren 2008 und 2008 sei der Plan zur Aufstockung der VW-Anteile von den Porsche-Vorständen mehrmals öffentlich dementiert worden. Und das, obwohl Porsche genau das im Visier hatte. Dadurch sei der Kurs der VW-Aktie beeinflusst worden und die Anleger zum Verkauf von Aktien und zu Leerverkäufen veranlasst worden. Seit der gescheiterten Übernahme hat Porsche viele Klagen am Hals. Anleger, die damals viel Geld verloren, fühlen sich rückblickend fehlinformiert.

Wiedeking und Härter wiesen die Anschuldigungen über ihre Anwälte umgehend zurück. Sie hätten zu keinem Zeitpunkt falsch informiert. Auch aus dem Unternehmen Porsche selbst hieß es, dass man die Vorwürfe gegen ehemalige Manager „weiterhin für unbegründet“ halte.

Pasta und Karstadt

Mit Autos hat der Westfalener Wiedeking, der am 28. August seinen 62. Geburtstag nur noch privat zu tun – er sammelt unter anderem Modellautos. Arbeiten müsste er keine Sekunde mehr, wird sein Vermögen doch auf gut 300 Millionen Euro entdeckt. Ohne Wirtschaften kann er aber trotzdem nicht. Unter anderem steckt er Geld in gemeinnützige Stiftungen und investiert in Internetfirmen. Zudem baut er in Deutschland eine Restaurantkette auf. In Karlsruhe, Stuttgart und Ludwigshafen gibt es schon jeweils ein „tialini“ für Fans von italienischen Speisen und Getränken. Seit kurzem ist er auch Karstadt-Mitbesitzer: Wiedeking sitzt im Beirat von Rene Benkos Signa Holding und ist Mitaktionär der Signa Prime Selection AG, die jetzt bei Karstadt das Sagen hat.

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