Wirtschaft
24.08.2018

Weinernte 2018: Ein echt fetter Jahrgang sowie stabile Preise

Der Klimawandel verändert die Charakteristik der Weine. Die Winzer wollen im Billigsegment Marktanteile zurückgewinnen.

Die Beschreibung von Weinen des Jahrgangs 2018 könnte in etwa so lauten: Milde Säure und ein höherer Alkoholgehalt. Der Präsident des Weinbauverbandes, Johannes Schmuckenschlager, hat es etwas anders ausgedrückt: „Es wird ein vollreifer Jahrgang.“ Die Menge wird mit 2,6 Millionen Hektoliter leicht über dem Durchschnitt liegen. Die Qualität ist wegen der ausgereiften Trauben gut bis sehr gut.

Klimawandel

Bereits nächste Woche beginnt in den meisten Weinbaugebieten die Haupternte. Das ist deutlich früher als im Vorjahr. Ein Grund dafür ist die trockene Hitze der vergangenen Wochen.

Der Klimawandel ist für weite Teile der heimischen Weinwirtschaft eine Herausforderung. Die Konsumenten wollen „fruchtige, trinkfreudige Rotweine“, weiß Schmuckenschlager. Noch mehr Barrique-Ausbau und noch mehr Tannine (Gerbstoffe) im Wein würden von den Kunden nicht nachgefragt. Der Klimawandel sorgt jedoch automatisch für deutlich gehaltvolleren Stoff. Das gilt freilich auch für Weißweine. Ein Grüner Veltliner mit 14 oder mehr Prozent Alkohol ist allerdings eher kein Verkaufsschlager.

Die Winzer könnten auf Sorten wie Chardonnay umsteigen, die Hitze besser vertragen. Doch Weine wie etwa Grüner Veltliner, Zweigelt oder Blaufränkisch lassen sich gut als österreichische Spezialitäten vermarkten. Chardonnay mit hohem Alkoholgehalt wird weltweit produziert.

Schmuckenschlager geht davon aus, dass künftig verstärkt in höheren Lagen oder in kühleren Gegenden angebaut wird. Wobei es auch Weinanbaugebiete gibt, die über ein Mikroklima verfügen und daher vom Klimawandel kaum betroffen sind.

Bei der Anbaufläche von 47.000 Hektar gibt es insgesamt kaum Veränderungen, sondern lediglich regionale Verschiebungen. So sind die Rebflächen im Weinviertel zurückgegangen. Dafür gibt es etwas mehr Weingärten im Weinbaugebiet Carnuntum. Laut Schmuckenschlager wird etwas mehr Weißwein und etwas weniger Rotwein angebaut.

Marktanteile

Die leicht überdurchschnittliche Erntemenge macht es möglich, Marktanteile zurückzugewinnen. Bei geringen Mengen und steigenden Preisen wird das Billigsegment im Lebensmitteleinzelhandel mit Importweinen gefüllt. Nach der heurigen Ernte könnten die Regale wieder mit österreichischen Produkten gefüllt werden.

Ein Problem haben jene Winzer, die ihre Trauben nicht selbst verarbeiten sondern an die großen Kellereien verkaufen. Im Vorjahr sind die Preise für solche Trauben wegen der geringen Ernte-Menge deutlich gestiegen. Heuer läuft es umgekehrt. Die Trauben-Preise sind massiv gefallen.