Verkaufsgerüchte um Wein & Co

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Foto: KURIER/schraml wilhelm Heinz Kammerer hat Wein & Co 1993 gegründet. Jetzt soll er auf der Suche nach einem Käufer für seine Weinhandelskette sein.

Händler suchen Margenbringer. Wein & Co könnte für Rewe interessant sein.

Wein-&-Co-Gründer und Eigentümer Heinz Kammerer dürfte in den vergangenen Monaten das eine oder andere Glas Wein mit Rewe-Boss Frank Hensel getrunken haben. Kammerer soll seine Weinhandelskette verkaufen wollen, berichten mehrere Branchenkenner übereinstimmend. Seit Monaten gebe es Gespräche mit dem Lebensmittelriesen Rewe (Billa, Merkur, Adeg, Penny), heißt es. Wein & Co – die Kette feierte im Vorjahr ihr 20-jähriges Jubiläum – hat österreichweit 21 Standorte, sechs davon mit angeschlossener Bar, und beschäftigt knapp 300 Mitarbeiter. Rewe dementiert die Verhandlungen. "Wir wissen von nichts", sagt Konzernsprecherin Ines Schurin. Bei Wein & Co war am Mittwoch niemand für eine Stellungnahme erreichbar.

Derzeit werden drei Wein-&-Co-Shops in Merkur-Filialen betrieben. Die Vertriebskooperation der beiden Händler ging vor rund drei Jahren an den Start, eine großflächige Expansion in Merkur-Märkten blieb bisher aus. Angeblich wegen unterschiedlicher Vorstellungen zur Ladengestaltung und Warenpräsentation. Verflechtungen der Händler gibt es auch im Merkur-Webgeschäft (VinoWeb), das von Wein & Co betrieben wird.

Für die Rewe würde die Übernahme von Wein & Co Sinn machen, sind sich Branchenkenner einig. Wein sei ein margenstarkes Geschäftsfeld – und davon gäbe es immer weniger. Schon allein weil zuletzt die Diskonter Hofer und Lidl ins Geschäft mit frischer Backware – also eigenen Backshops – eingestiegen sind und eine Preisspirale nach unten in Gang gesetzt haben. "Da ist es mit den guten Margen bei der frischen Kaisersemmel vorbei", sagt ein Händler. Frisches Gebäck als Steckenpferd könne man überhaupt vergessen – das gebe es jetzt überall.

Große Weinsortimente sind da wohl eine Option. Auch weil an ihnen gut verdient werden kann. Selbst der Diskonter Hofer will künftig mehr Platz für höherwertige Weine schaffen. Die ersten Weine jenseits der 30 Euro Grenze gingen bereits über die Kassenscanner. Auch Spar hat über die Jahre hinweg immer mehr Winzer ins Regal genommen und den Online-Handel von Wein ausgebaut.

Wein-Pionier

Wein-&-Co-Gründer Heinz Kammerer hat sich vor zwei Jahren nach 19 Jahren aus der operativen Geschäftsführung zurückgezogen und diese an den Ex-Sport-Eybl-Manager Florian Größwang übergeben. Für das Ende September abgelaufene Geschäftsjahr 2012/13 weist das Unternehmen einen Umsatz von 51,5 Millionen Euro aus (Plus drei Prozent).

Wein & Co schreibt laut eigenen Angaben schwarze Zahlen. Der Onlinehandel macht 15 bis 20 Prozent des Gesamtumsatzes aus. Die mehrmals angekündigte große Expansion nach Deutschland ist bisher nicht erfolgt.

(kurier) Erstellt am
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