Gleichberechtigung ist noch lange nicht erreicht

© APA - Austria Presse Agentur

Wirtschaft
12/17/2019

Gleichberechtigung: Österreich wird besser - nur in der Wirtschaft nicht

Im Ranking des "Global Gender Gap Index" legte Österreich gegenüber dem Vorjahr um 19 Punkte zu und liegt nun auf Platz 34.

Zunächst die gute Nachricht: Österreich hat sich laut einer Studie des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Sachen Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen verbessert.

Im globalen Ranking des am Dienstag veröffentlichten "Global Gender Gap Index" legte Österreich gegenüber dem Vorjahr um 19 Punkte zu und liegt nunmehr auf Platz 34.

Bei Zugang zu Bildung exzellent

Der Sprung nach vorne gegenüber dem Vorjahr gelang Österreich "aufgrund einer deutlich größeren Vertretung von Frauen sowohl in der Regierung als auch im Parlament", heißt es in dem Bericht.

Auch beim Zugang von Frauen zur Bildung schneidet Österreich exzellent ab, hier liegt die Alpenrepublik zusammen mit 34 anderen Nationen an erster Stelle.

Auf den hinteren Rängen

Weit hinten liegt Österreich dagegen bei der Gleichberechtigung in der Wirtschaft: Generell steht Österreich bei der wirtschaftlichen Partizipation von Frauen weltweit nur auf Rang 86.

Bei der Lohnschere - Bezahlung für gleiche Arbeit - landet Österreich sogar nur auf dem 108. Platz.

Beim Anteil von Frauen in Top-Positionen in Unternehmen kommt Österreich auf einen Anteil von 19,2 Prozent.

In Aufsichtsräten und Vorständen von Unternehmen haben aber generell nur wenige Länder über ein Drittel Frauen.

Darunter Frankreich (43,4 Prozent), Island (43 Prozent), Norwegen (42,1 Prozent), Schweden (36,3 Prozent), Italien (34 Prozent), Finnland (32,8 Prozent), Deutschland (31,9 Prozent), Belgien (30,7 Prozent) und Dänemark (30,3 Prozent).

Island ist Erster

Erster in dem globalen Ranking zur Gleichberechtigung ist Island, dahinter rangieren Norwegen, Finnland, Schweden, Nicaragua, Neuseeland, Irland, Spanien, Ruanda und Deutschland. Schlusslicht ist der Jemen vor dem Irak, Pakistan und Syrien.


Der Bericht zeichne insgesamt ein gemischtes Bild, schreiben die Studienautoren. Im Bereich Bildung etwa hätten 40 von 153 untersuchten Ländern Gleichberechtigung tatsächlich voll erzielt.

Noch 95 Jahre

"Es wird noch 95 Jahre dauern, um die Geschlechterlücke in der politischen Repräsentanz zu schließen", heißt es in der Studie. "2019 hatten Frauen 25,2 Prozent der Parlamentssitze (im Unterhaus) und 21,2 Prozent der Ministerposten."

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