epa03834544 (FILE) A file photo dated 09 January 2012 shows Microsoft CEO Steve Ballmer speaking at the International Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas, Nevada, USA. Microsoft on 23 August 2013 announced that Ballmer plans to retire from his office within the next 12 months. EPA/DAN GLUSKOTER *** Local Caption *** 50739402

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Wechsel
08/23/2013

Microsoft-Chef Ballmer kündigt Rücktritt an

Ballmer war seit 2000 Chef des Software-Giganten. Sein Nachfolger steht noch nicht fest.

von Benjamin Sterbenz

Der amtierende CEO des Softwarekonzerns Microsoft, Steve Ballmer, wird innerhalb der nächsten zwölf Monate zurücktreten. Dies gab der Konzern überraschend in einer Aussendung bekannt. Ballmer wird sein Amt solange ausüben, bis ein Nachfolger gefunden wurde. „Es gibt nie einen perfekten Zeitpunkt für diese Art des Wechsels, aber jetzt ist die Zeit gekommen“, meinte Ballmer.

Der 57-Jährige, der weiterhin einer der größten Anteilseigner des Konzerns ist, ist seit Januar 2000 CEO und hatte die Position von Microsoft-Gründer Bill Gates übernommen. Bekannt wurde Ballmer unter anderem für einen Messeauftritt im ersten Amtsjahr, bei dem er schreiend minutenlang über die Bühne hüpfte. Dies brachte ihm den wenig schmeichelhaften Spitznamen „Monkeyboy“ („Affenjunge“) ein.

Der aus Detroit stammende Manager hat viele Kritiker, die in den vergangenen Jahren verstärkt seinen Rücktritt forderten. Die Ankündigung des Abgangs ließ Microsofts Aktienkurs vorbörslich um mehr als sieben Prozent in die Höhe schnellen.

Kritik

Gründe für sein schlechtes Standing gibt es viele. Unter seiner Riege verpasste Microsoft etliche Entwicklungen und kam gegenüber Google, Facebook, Amazon und Apple ins Hintertreffen. Bei der Internet-Suche spielt man ebenso eine untergeordnete Rolle wie bei Smartphones. Windows Vista war ein Flop, bei Windows 8 musste nachgebessert werden. Was sich auch in Zahlen niederschlug. Bei der Windows-Sparte, neben der Office-Software der Grundpfeiler von Microsofts Erfolg, halbierte sich im vergangenen Quartal der Gewinn auf 1,1 Milliarden US-Dollar. Die Tablet-Reihe „Surface“ blieb ein Ladenhüter und sorgte für 900 Millionen US-Dollar Abschreibung. Im vergangenen Jahr drängte Ballmer schließlich viele aufmüpfige Kollegen aus der Firma.

Nachfolge

Microsoft will nun mithilfe eines externen Unternehmens nach der idealen Nachbesetzung suchen. Diese soll laut Ballmer die Firma in einen Gerätehersteller und Dienstleistungs-Anbieter umbauen. „Ursprünglich wollte ich in Ruhestand gehen, wenn die Umwandlung abgeschlossen ist. Nun brauchen wir einen CEO, der für längere Zeit an Bord bleibt und diesen Wandel mitmacht“, beschreibt Ballmer die Anforderungen an seinen Nachfolger. Ein Mitglied des Komitees, das die Auswahl durchführt, ist Bill Gates, der nach wie vor Aufsichtsratsvorsitzender des Unternehmens ist. Ob Ballmer,wie Gates, in einer Berater-Rolle aktiv bleibt, ist unklar, aber wahrscheinlich. „Ich schätze meine Anteile an Microsoft und freue mich darauf, meine Rolle als einer von Microsofts größten Anteileignern fortzusetzen“, so Ballmer.