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Wirtschaft
04/13/2019

Warum in Osteuropa Skelette aus Beton Rekorde einbringen

SW Umwelttechnik: Der Bauboom hat dem Kärntner Familienbetrieb einen kräftigen Aufschwung beschert.

von Christine Klafl

Auch auf sehr entlegenen Berghütten ist die Zeit der Donnerbalken vorbei. Doch wie kommt mehr Komfort auf den Berg – vor allem, wenn nach Stürmen die Forstwege unpassierbar sind? „Wir haben Kläranlagen auch schon mit dem Hubschrauber geliefert“, erzählt Klaus Einfalt. Er ist Chef der SW Umwelttechnik, einem Kärntner Familienbetrieb, der alles liefern kann, was sich aus Beton zu Fertigteilen gießen lässt. Die Lieferung sei immer wieder spannend, so der studierte Wirtschaftsingenieur schmunzelnd. Etwa, wenn Brückenteile transportiert werden, die 36 Meter lang sind und durch die Höhe des Produkts gleich noch „unhandlicher“ werden.

Bester Wert in Firmengeschichte

Geliefert hat das Unternehmen im Vorjahr jedenfalls im Hochbetrieb. Der Umsatz wurde dadurch um 26,2 Prozent auf 77,4 Millionen Euro ausgebaut und erreichte damit den besten Wert in der Firmengeschichte. Und die ist schon länger: Gegründet wurde das Unternehmen am 10. April 1910, also diese Woche vor 109 Jahren. Einen Rekord erreichte die SW Umwelttechnik auch beim Ergebnis (siehe Fakten unten).

Bauboom in Ungarn

Der Hintergrund für den Aufschwung „sind die sehr guten konjunkturellen Bedingungen“, sagt Einfalt. Gemeint ist damit nicht nur Österreich. Das Unternehmen ist schon lange auch in Ungarn und Rumänien vertreten. Dort ist ein regelrechter Bauboom ausgebrochen, auch gefördert durch EU-Finanzmittel. Ungarn habe sich dabei im Vorjahr deutlich mehr aus EU-Fördertöpfen bedient, Rumänien sei da noch zurückhaltend gewesen, so Einfalt.

In Österreich, Ungarn und Rumänien verfügt die SW Umwelttechnik über jeweils drei Standorte. Der dritte in Rumänien wurde erst im vergangenen September eröffnet. In jedem dieser Werke schaut Einfalt einmal pro Quartal vorbei. „Das macht 150 Übernachtungen außerhalb pro Jahr“, sagt der Vater von drei Kindern.

Pantheon

Beton sei keine neue Erfindung, den habe es schon im Pantheon im Rom gegeben, erzählt Einfalt. Monumental muten auch die heutigen Bauwerke an, in denen sich SW Umwelttechnik findet. Etwa riesige Beton-Skelette, aus denen etwa Logistik- oder Parkcenter entstehen. Oder für eine Industrieanlage, in die Bosch eingezogen ist. In Sachen Kläranlagen hat das Unternehmen auch noch reichlich zu tun. In Deutschland und Österreich seien etwa 95 Prozent der privaten Haushalte an Abwasserreinigung angeschlossen. In Ungarn sind es erst 80, in Rumänien gar erst 50 Prozent.

Gute Konjunktur

Die Konjunktur in Osteuropa ist zwar noch immer flotter als etwa in der Eurozone, doch auch hier wird es heuer etwas ruhiger zugehen. Einfalt will den Mitarbeiterstand von aktuell 460 fixen Mitarbeitern und 350 Leiharbeitern aber trotzdem aufstocken. Er erwartet auch für heuer „noch eine sehr gute konjunkturelle Entwicklung“, weil sich die Baubranche „immer spätzyklisch entwickelt“.

Neben Betonteilen für den Hoch- und Tiefbau laufe auch die Nachfrage nach den noch relativ neuen Stützwandsystemen sehr gut, sagt Einfalt. Mit diesen Betonsteinsystemen kann etwa verhindert werden, dass Hänge abrutschen. Was mittlerweile auch von vielen Gemeinden eingesetzt wird, um Straßenbehinderungen zu vermeiden.

Familienbetrieb

Das Unternehmen wurde 1910 in Klagenfurt gegründet und ist seit 25 Jahren in Ungarn und seit 15 Jahren auch in Rumänien tätig. SW Umwelttechnik notiert seit 1997 an der Wiener Börse. Der Streubesitz liegt bei 35 bis 40 Prozent. Produziert werden Betonfertigteile für Infrastruktur und Wasserschutz – von Schächten über Becken und Brücken bis zu Fischaufstiegshilfen. 2018 war das beste Jahr in der Firmengeschichte. Der Umsatz stieg um 26,2 Prozent auf 77,4 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern verdoppelte sich auf 7,5 Millionen Euro.

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