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Wirtschaft
05/10/2019

Warum der VW-Golf am Automarkt die Poleposition verloren hat

Erstmals nach Jahrzehnten ist das Spitzenmodell des Wolfsburger Konzerns nicht mehr die Nummer Eins.

Seit 1974 wird er produziert und von Anfang an war er ein Erfolgsmodell: der VW Golf. Jahrzehntelang führte er auch hier zu Lande die Verkaufscharts an. Damit ist es nun vorbei. Schuld daran ist die Konkurrenz aus dem eigenen Haus. Zum einen liegt es an der Schwesternmarke Skoda, deren Modell Octavia im April den Golf abgelöst hat (940 Neuzulassungen, plus 35,4 Prozent zu April 2018, Golf minus 14,6 Prozent auf 892).  Mehr als jeder dritte Skoda Kunde entscheidet sich bereits für einen Octavia.

 

Zum anderen muss man den bevorstehenden Modellwechsel von Golf 7 auf Golf 8 berücksichtigen. "Am Ende eines Modellzyklus ist es nicht außergewöhnlich, wenn die Verkaufsstückzahlen zurückgehen", sagt ein Sprecher der Salzburger Porsche Holding zum KURIER.

Dritter Grund ist das Golf-Schwesternmodell T-Roc. Der sportliche Geländewagen (SUV) im Golf-Stil gräbt dem eigentlichen Golf das Wasser ab. Er liegt mit 813 Zulassungen (plus 7,1 Prozent) bereits an dritter Stelle. Der T-Roc ist ab 22.190 Euro zu haben, der Golf bereits ab 16.990 Euro Listenpreis. Da der SUV-Boom aber nach wie vor ungebrochen ist, dürfte das Preisargument zweitrangig sein.

Mehr Neuzulassungen

Insgesamt gab es in Österreich im April 31.951 Neuwagenzulassungen, 0,4 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Damit wurde die seit einigen Monaten rückläufige Marktentwicklung gestoppt.

Auf Diesel-Pkw entfielen nach einem Zulassungsrückgang von 2,6 Prozent 12.373 Fahrzeuge, bei den Benzinern waren es 17.347 Autos (minus 1,5 Prozent). Der Anteil der Elektroauto-Neuzulassungen stieg von 1,7 Prozent auf 2,3 Prozent (724 Stück). Hybridantriebe nehmen bereits einen Anteil von 4,6 Prozent ein (plus 1,9 Prozent).  Kumuliert waren es in den ersten vier Monaten 112.806 Neuzulassungen (-7,8 Prozent zum Vorjahreszeitraum).

 

VW T-Roc (4,23 Meter)