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Wirtschaft
04/07/2020

Wartezimmer war gestern: Video-Diagnose ersetzt Arztbesuche

Durch einen neuen Online-Service kann man viele Diagnosen auch zu Hause am Handy oder PC erhalten.

von Thomas Pressberger

Wer nicht beim Hausarzt im Wartezimmer sitzen will oder den Weg dorthin vermeiden will, der kann sich k√ľnftig von zu Hause aus helfen lassen - zumindest in den meisten F√§llen. Der Telemedizindienstleister drd bietet mit einer neuen App die M√∂glichkeit, Diagnosen via Video√ľbertragung √ľber das Handy oder den PC zu erhalten.

Schnelle Versorgung

Haus√§rzte warten √§hnlich wie bei einer Hotline auf Anrufe von Patienten. Diese werden zum ersten verf√ľgbaren Arzt durchgestellt und bekommen so eine schnelle Versorgung. ‚ÄěDurch Erfahrungswerte aus dem Ausland wissen wir, dass 50 bis 70 Prozent der F√§lle durch Telemedizin beraten werden k√∂nnen‚Äú, sagt drd-Gesch√§ftsf√ľhrer Clemens Billek.

Auch welche F√§lle f√ľr Telemedizin geeignet seien und welche nicht, wisse man. Bauchschmerzen k√∂nnen laut Billek zum Beispiel nicht untersucht werden, hier ist ein Abtasten mit der Hand unausweichlich. Bei Migr√§ne k√∂nnte man dagegen gut Ratschl√§ge erteilen. Der Patient bekommt, wenn n√∂tig, sofort eine √úberweisung, eine Krankschreibung oder ein Rezept. Das System ist laut Billek absolut sicher, da nur der Patient Zugang zu seiner pers√∂nlichen und verschl√ľsselten Gesundheitsakte habe und es keine Sicherheitsrisiken, wie Server im Ausland oder √§hnliches, gebe.

Keine Ansteckungsgefahr

Auch beim Kampf gegen das Coronavirus k√∂nne das Service helfen. ‚ÄěEs besteht zum Beispiel keine Ansteckungsgefahr im Wartezimmer‚Äú, sagt Billek. Leichte Corona-Symptome k√∂nne man behandeln, auch k√∂nne man Menschen helfen, Krankheitssymptome richtig zu deuten und raten, ob ein Anruf bei der Corona-Gesundheitsberatung 1450 n√∂tig ist oder nicht. Das Coronavirus diagnostizieren k√∂nne man nicht, das d√ľrfe derzeit nur der √Ąrztedienst.

F√ľr √Ąrzte sei das Service ebenfalls interessant. ‚ÄěDer Hausarztberuf ist relativ unattraktiv geworden‚Äú, sagt Billek. Nur noch zwei Prozent der Medizin-Studienabg√§nger w√ľrden sich daf√ľr entscheiden. Durch das Service k√∂nne man den Job zum Beispiel in Teilzeit von zu Hause aus machen, ohne gro√üe Investments. Viele √Ąrzte w√ľrden scheuen, in ein kleines Dorf aufs Land zu ziehen, um dort eine Praxis zu √ľbernehmen. Das sei nun auch nicht mehr unbedingt n√∂tig.

Ausweitung angedacht

Das Service ist seit wenigen Tagen aktiv und unter drd.at zu finden. drd ist ein Start-Up, das 2017 gegr√ľndet wurde, Partner sind der Telekommunikationsanbieter ‚Äě3‚Äú und die Generali-Versicherung. Eine Ausweitung der Serviceleistungen, wie die Konsultation von Fach√§rzten und die Expansion ins Ausland, sind geplant.

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