Von "schwarzen Konten" und fiktiven Verträgen

OLAF konnte fast jedes Jahr veruntreute Gelder in Höhe von rund 200 Millionen Euro wiederbeschaffen.


Der politisch wichtigste OLAF-Fall war die Eurostat-Affäre um schwarze Konten und fiktive Verträge beim in Luxemburg angesiedelten Statistischen Amt der Europäischen Union, die die Kommission Prodi im Jahr 2003 in Bedrängnis brachte.

Eurostat hatte seit 1989 unter dem Direktor Yves Franchet fiktive Aufträge vergeben und manipulierte Rechnungen ausgestellt. Diese Gelder wurden über Jahre in schwarze Kassen verschoben, aus denen die Eurostat-Mitarbeiter sich bedienen konnten. Die Höhe des Schadens wurde von der Europäischen Kommission auf 930.000 Euro geschätzt.
Die Betrugsermittler von OLAF hatten den Fall bereits vier Jahre - seit 1999 - ohne konkretes Ergebnis untersucht, erst 2003 wurden die Justizbehörden in Luxemburg und Frankreich eingeschaltet.

Gestärkt OLAF ging aus diesem Skandal letztlich gestärkt hervor, da man in der Kommission übereinkam, dass die EU eine schlagkräftige, unabhängige Anti-Korruptions- und Betrugsbehörde benötige. Seither konnte OLAF fast jedes Jahr veruntreute Gelder in Höhe von rund 200 Millionen Euro wiederbeschaffen.

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(kurier) Erstellt am
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