Wirtschaft
05.12.2011

Vollgas 2011, Bremsspur 2012

Österreich steigert heuer die Ausfuhren um elf Prozent. 2012 wird aber nur noch mit 3,5 Prozent Plus gerechnet.

Der Krampus regiert die Finanzwelt, der Nikolo noch die Realwirtschaft“, meint Walter Koren, Chef der Außenwirtschaft Österreich ( AWO). Für die Warenexportbilanz 2011 erwartet er ein „All-time-high im Volumen von 121,4 Milliarden Euro“. Das entspricht einem Plus von elf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Ausblick für 2012 wurde allerdings von neun Prozent (Schätzung von Mai 2011) auf nunmehr 3,5 Prozent nach unten revidiert. Damit ist die AWO noch immer optimistischer als die OECD, die von einem Plus von 3,1 Prozent ausgeht.

Für Optimismus sorgt unter anderem die relativ robuste wirtschaftliche Situation in Deutschland, Österreichs wichtigstem Handelspartner. Knapp ein Drittel der Ausfuhren führen ins Nachbarland, vor allem die Autozulieferindustrie ist ein wichtiger Player. In den ersten acht Monaten des laufenden Jahres wurden Waren im Wert von mehr als 25 Milliarden Euro nach Deutschland verkauft, ein Plus von 13,5 Prozent

Auch in Deutschland brummt der Exportmotor. Laut dem deutschen Außenhandelsverband werden die Ausfuhren heuer um zwölf Prozent zulegen und erstmals die Marke von einer Billion Euro durchbrechen. Sollten die Staatsfinanzen den Schuldenländern weiter entgleiten, könnten die deutsche Konjunkturlokomotive aber ins Stottern geraten. Für 2012 wird ein Plus von sechs Prozent erwartet.

US-Markt

In den USA, Österreichs drittstärkstem Exportland, können sich heimische Autozulieferer derzeit gut behaupten. „Alles, was die Treibstoff-Effizienz in Fahrzeugen steigert, ist derzeit gefragt. Die Werkstüren standen schon lange nicht mehr so weit offen“, weiß Franz Rössler, Österreichs Wirtschaftsdelegierter in Chicago.