VIG-Gewinn sank wegen Firmenwertabschreibungen

VIG-Gewinn sank wegen Firmenwertabschreibungen
Das Vorsteuerergebnis fiel im ersten Halbjahr um 21,8 Prozent auf 201,2 Mio. Euro. Am Dividendenvorschlag wird festgehalten.

Der Gewinn der börsennotierte Vienna Insurance Group (VIG) ist wegen der Coronakrise im ersten Halbjahr wie angekündigt gesunken. Das Ergebnis vor Steuern fiel um 21,8 Prozent auf 201,2 Mio. Euro, belastet durch coronabedingte Abschreibungen auf die Firmenwerte in drei Ländern in CEE in Höhe von 120 Mio. Euro, wie der Versicherungskonzern am Mittwoch mitteilte. Die Prämieneinnahmen sind gestiegen.

Am 10. August hatte die VIG mitgeteilt, dass das Ergebnis vor Steuern (EGT) wegen rund 120 Mio. Euro Firmenwertabschreibungen bei rund 200 Mio. Euro liegen werde. Wie die Versicherung heute erklärte sind im Vorsteuerergebnis von 201,2 Mio. Euro diese Firmenwertabschreibungen von rund 120 Mio. Euro für die Märkte Bulgarien, Kroatien und Georgien berücksichtigt, die aus der anlassbezogenen Überprüfung der Werthaltigkeit von Firmenwerten im Zusammenhang mit Covid-19 resultieren. Das Finanzergebnis (inkl. Ergebnis aus at equity bewerteten Unternehmen) sank um 8,3 Prozent auf 388 Mio. Euro.

Die positive Entwicklung des Gewinns vor Steuern ohne Wertminderung sei unter anderem auf die niedrigere Combined Ratio zurückzuführen, so die VIG. Zum Ergebnis positiv beigetragen hätten die größten Märkte Österreich, Tschechien, Polen und Slowakei.
 

Das Ergebnis nach Steuern und nicht beherrschenden Anteilen sank um 16,3 Prozent auf 126,3 Mio. Euro. Die Combined Ratio - Schäden und Kosten gemessen an den Einnahmen - verbesserte sich auf 95,5 Prozent (nach 96,4 Prozent), unter anderem wegen geringerer Schäden während der Lockdown-Phasen und weniger Unwetterschäden. Aufgrund des bereits seit Sommer wieder registrierten Anstiegs an Schadenaufwendungen geht die VIG davon aus, dass sich der Schadenverlauf im zweiten Halbjahr 2020 wieder normalisiert.

Gestiegene Prämieneinnahmen

Die Prämieneinnahmen sind um 2,4 Prozent auf 5,58 Mrd. Euro gestiegen. VIG-Generaldirektorin Elisabeth Stadler erklärte, dass das Unternehmen trotz der "Ausnahmesituation, in der sich unsere Welt durch Covid-19 befindet", ein Plus bei den Prämien, eine verbesserte Combined Ratio sowie eine Solvenzquote von 183 Prozent sowie mit etwas mehr als 200 Mio. Euro trotz Firmenwertabschreibungen "ein solides Ergebnis vor Steuern" aufweise.

Eine gute Basis für die Bewältigung der Herausforderungen sieht sie in der starken Kapitalausstattung, den eindrucksvollen Bilanzzahlen 2019 und der konsequenten Fortführung der Agenda 2020. "Dennoch müssen wir wegen der bestehenden Pandemie mit dämpfenden Auswirkungen auf unseren weiteren Geschäftsverlauf in diesem Jahr rechnen. Aufgrund der weltweit anhaltenden Unsicherheiten ist es derzeit nicht möglichen einen Geschäftsausblick zum Jahresende abzugeben", so Stadler in der heutigen Mitteilung.

Dividende

An ihrem Dividendenvorschlag für 2019 hält die VIG fest. Dieseo soll ei der - bedingt durch Covid-19 verschobenen - virtuellen Hauptversammlung am 25. September beschlossen werden.

"Dafür bleibt der am 17. März 2020 kommunizierte Dividendenvorschlag in Höhe von 1,15 Euro pro Aktie, vorbehaltlich erheblicher unvorhersehbarer gesundheitlicher und wirtschaftlicher Entwicklungen, aufrecht", teilte die VIG am Mittwoch mit.

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