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Wirtschaft
12/13/2019

Strabag-Manager wird Chef staatlicher Bahn-Infrastrukturgesellschaft

Stefan Weiss war früher im Kabinett von Verkehrsminister Hubert Gorbach (FPÖ/BZÖ) tätig. Jetzt hat Verkehrsminister Andreas Reichhardt Weiss zum SchiG-Chef befördert.

von Kid Möchel, Dominik Schreiber

Die Ausschreibung fand schon im April 2019 statt, acht Kandidaten bewarben sich. Ende Juni beauftragte das Verkehrsministerium dann das Beratungsunternehmen Kienbaum mit der Abwicklung des Auswahlverfahrens. „Aufgrund seiner juristischen Ausbildung sowie Vorerfahrung in verschiedenen Führungspositionen überzeugt Stefan Weiss durch sein strategisch-taktisches Denken und Handeln und zeigt hohe Führungsfähigkeit sowie Kommunikationsstärke“, heißt es in der Bewertung des Beratungsunternehmens Kienbaum vom August 2019.

Am vergangenen Donnerstag hat Verkehrsminister Andreas Reichhardt Weiss zum Geschäftsführer der staatlichen Schieneninfrastruktur-Dienstleistungsgesellschaft SchiG für fünf Jahre bestellt. Die SchiG ist die Schaltstelle zwischen Bund, Ländern und Eisenbahnbetreibern.

Sie schließt für das Verkehrsministerium die Verkehrsdiensteverträge mit den Eisenbahnunternehmen ab, ist als Behörde für die Zulassung von Lokführern und für die Trassenzuweisung zuständig. Sie überwacht die Mittelverwendung bei Infrastrukturprojekten wie der Koralmbahn. Mittlerweile beträgt ihr Budget 900 Millionen Euro.

Geschäftsführer ist derzeit Ulrich Puz, dessen Vertrag läuft im März 2020 aus. Er soll auf dem Abstellgleis stehen. Für den neuen Co-Chef Weiss, der sich im Endspurt gegen einen Ziviltechniker durchsetzte, ist das Thema Bahn geläufig.

Weiss war 2005/06 im Kabinett von Minister Hubert Gorbach (FPÖ/BZÖ) tätig, arbeitete zwei Jahre in der Gesamtkoordination von Eisenbahnprojekten im Verkehrsministerium und danach elf Jahre beim Baukonzern Strabag; darunter mehrere Jahre bei einem Großprojekt in den Niederlanden. Minister Reichhardt und Weiss kennen sich aus dem Kabinett Gorbach.

Weiss bestreitet aber, ein Politgünstling zu sein. „Ich bin kein Versorgungsfall und habe kein Parteibuch“, sagt Weiss zum KURIER. „Ich freue mich auf die neue Aufgabe, in die ich meine internationale Erfahrung einbringen kann.“ Auch Burschenschafter sei er keiner, er gehöre nur einer Landsmannschaft (Studentenverbindung) an. Aber das sei seine Privatsache. Indes tritt Weiss seinen neuen Job bei der SchiG am 1. Februar 2020 an.