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Varta-Pleite: Doch keine Sanierung in Eigenverwaltung

An Zerschlagung führt kein Weg vorbei, so der Insolvenzverwalter.
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Das Aus des Batterieherstellers ist nun besiegelt. Beim Unternehmen aus Ellwangen, an dem der österreichische Investor Michael Tojner zu 50 Prozent beteiligt ist, bleibt kein Stein auf dem anderen. Künftig hat der Rechtsanwalt Tobias Wahl als Insolvenzverwalter das Sagen. Das Unternehmen rückte von einer Insolvenz in Eigenregie ab, bei der der Jurist ursprünglich als Sachwalter die Aufsicht über die Sanierung durch den Varta-Vorstand um Michael Ostermann führen sollte.

„Um die Abläufe zu vereinfachen und bürokratische Hürden abzubauen“, sei auch für die Muttergesellschaft Varta AG und die Knopfzellen-Tochter Varta Microbattery ein klassisches Insolvenzverfahren beantragt worden, teilte Varta am Dienstag in Ellwangen mit. Die konzerninternen Verflechtungen seien so groß, dass eine Sanierung durch ein einheitliches Verfahren erleichtert werde. Ostermann hat damit formal kaum mehr etwas zu sagen, soll aber an Bord bleiben. Für zwei andere Varta-Töchter waren ohnehin reguläre Insolvenzverfahren geplant.

An Zerschlagung führt kein Weg vorbei

Wahl, der für die Mannheimer Kanzlei Anchor Rechtsanwälte arbeitet, hatte als Sachwalter unter anderem an der Sanierung der Billigmodekette Adler gearbeitet und war Insolvenzverwalter beim Buchgroßhändler KNV. „Mein erster Eindruck ist, dass hier trotz aller widrigen Umstände ein sehr motiviertes Team arbeitet“, sagte Wahl. „Unser Ziel bleibt eine langfristige und tragfähige Lösung.“ An einer Zerschlagung von Varta führt aber wohl kein Weg vorbei. Die profitable Haushaltsbatterien-Tochter Varta Consumer Batteries soll aus der Insolvenz herausgehalten werden. Sie soll an die Gläubiger um die Deutsche Bank und mehrere Hedgefonds gehen, an die sie bereits verpfändet war.

Tojner und der Sportwagenbauer Porsche

Varta hatte am Freitag Insolvenz angemeldet, nachdem Tojner und der Sportwagenbauer Porsche, der die anderen 50 Prozent hält, kein frisches Geld mehr nachschießen wollen. Ursachen für die Krise seien „deutlich verschlechterte Marktbedingungen, eine schwächere Nachfrage, negative Währungseffekte sowie zuletzt die Entscheidung eines Ankerkunden, die Zusammenarbeit zu beenden“. Dabei ist Apple gemeint: Der US-Technologieriese bezieht die wiederaufladbaren „CoinPower“-Knopfzellen für seine AirPods-Kopfhörer künftig aus China statt aus dem Varta-Werk im bayerischen Nördlingen, das vor wenigen Jahren massiv erweitert worden war.

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