Wirtschaft
04.04.2018

US-Minister Ross: "Das ist nicht der Dritte Weltkrieg"

Kriege würden letztlich immer mit Verhandlungen enden: Handelsminister Wilbur Ross über den Disput mit China.

Es sollte wohl beruhigend klingen, aber erreicht hat es eher das Gegenteil: US-Handelsminister Wilbur Ross spielte im Interview mit dem US-TV-Sender CNBC den eskalierenden Handelskrieg mit China klein. "Das ist nicht der Dritte Weltkrieg", so Ross. Schließlich seien nur 0,3 Prozent der US-Wirtschaftsleistung von den chinesischen Strafzöllen betroffen. Dass die Börsen mit drastischen Verlusten auf das drohende Handelsgemetzel und Hin und Her mit Strafzöllen reagiert haben, habe ihn erstaunt: "Das war seit Wochen angekündigt, es kann eigentlich niemanden überrascht haben."

Besonders die Aktien von potenziell von Chinas Konter betroffenen US-Unternehmen wie Boeing, Caterpillar oder Chiphersteller AMD lagen vorbörslich stark im Minus.

Kriege enden immer so

Ob noch Verhandlungen einen Ausweg darstellen könnten, wurde der ehemalige Investmentbanker und Stahlunternehmer gefragt. Ross: "Auch militärische Kriege enden immer mit Verhandlungen, es würde mich nicht überraschen, wenn es auch hier so wäre." Allerdings könnte er keinen Zeithorizont dafür nennen: "Ob das bis Mai oder zu einem anderen Zeitpunkt der Fall sein wird, ist eine andere Frage."

Entscheidend sei, dass China sein Verhalten ändere, damit die US-Wirtschaft unter gleichen Wettbewerbsvoraussetzungen agieren könne. Ross erwähnte Chinas unerlaubte staatliche Beihilfen, Dumpingpreise und den Diebstahl von US-Patenten.

Abermals zeigte sich der Hardliner aus Trumps Kabinett überzeugt, dass die USA in einem Handelskrieg nicht verlieren würden. Bei einem Defizit im bilateralen Handel von 500 Milliarden Dollar sei das "kein Krieg, den man verlieren kann". Donald Trump werde der erste Präsident sein, der das Handelsdefizit abbaue.

Diese Sichtweise steht im krassen Widerspruch zu so gut wie allen Handelsexperten, die überzeugt sind, dass die Verteuerung von Importen letztlich nur auf die US-Verbraucher zurückfallen wird. 

Das Defizit werde so nicht abgebaut, weil sich die Warenströme lediglich auf andere Länder verlagern. An der Wurzel des US-Defizits sehen Makroökonomen, dass die USA als Ganzes über ihre Verhältnisse leben - weniger Konsum, mehr Sparsamkeit würde auf Dauer auch das Handelsdefizit ins Lot bringen.