Peter Thiel machte sich durch seine frühen Einstiege bei Facebook und PayPal einen Namen.

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Wirtschaft
01/09/2015

US-IT-Milliardär steigt ins Marihuana-Geschäft ein

Silicon-Valley-Starinvestor Peter Thiel beteiligt sich am Cannabis-Label "Marley Natural".

Vor kurzem hatte er noch über vermeintlich bekiffte Twitter-Manager gelästert, nun ist Peter Thiel selbst mit Millionen im Marihuana-Geschäft. Für die Cannabis-Industrie in den USA markiert der Einstieg des berühmten Tech-Investors einen Meilenstein. Letztlich geht es bei einer der Unternehmungen, in die Geld fließt, darum, das erste globale Cannabis-Label aufzubauen - mit dem Namen der Reggae-Legende Bob Marley als Aushängeschild.

Obwohl sich die Marihuana-Branche dank fortschreitender Legalisierung bereits zum boomenden Milliardenmarkt entwickelt hat, kann sie prominente und finanzstarke Unterstützung gut gebrauchen.

„Du kannst auch viel Pot rauchen und eine großartige Firma haben.“

Was Silicon-Valley-Starinvestor Thiel letzten Herbst im US-Sender CNBC von sich gab, war für Twitter-Chef Dick Costolo starker Tobak: „Es ist ein grauenhaft schlecht gemanagtes Unternehmen - dort wird wahrscheinlich viel Pot geraucht.“ Thiel, der ein Vermögen mit frühen Beteiligungen bei Facebook und Paypal machte, schob allerdings rasch nach: „Du kannst auch viel Pot rauchen und eine großartige Firma haben.“

Der durch seine frühen Einstiege bei Facebook und PayPal bekannte Thiel beteiligt sich nun mit seinem mehr als zwei Milliarden Dollar schweren Founders Fund an der auf Cannabis-Geschäfte spezialisierten Private-Equity-Firma Privateer Holdings. Das Unternehmen aus Seattle hält ein Portfolio von drei Startups, die auf die voranschreitende Cannabis-Legalisierung in den USA setzen. Eines davon ist besonders attraktiv: Die Marke „Marley Natural“, für die Privateer die Erben der Reggae-Legende Bob Marley jüngst als Namensgeber gewinnen konnte (mehr dazu hier).

Ziel der Unternehmung ist es, das erste globale Cannabis-Label aufzubauen. Der vor 33 Jahren verstorbene Kultstar aus Jamaika soll zu einer Art „Marlboro Man des Marihuanas“ gemacht werden, „Marley Natural“ 2015 mit einer Cannabis-Produktpalette an den Markt gehen und dort, wo es legal ist, auch entsprechende Rauchwaren anbieten. Kritiker mögen die kommerzielle Ausschlachtung des bekannten Namens durch Nachfahren und Investoren so viele Jahre nach Marleys Tod zynisch finden, doch in Amerika scheint das Timing nahezu perfekt.

Warten auf das große Geld

Obwohl Marihuana laut Bundesgesetz nach wie vor illegal ist, haben bereits 23 von 50 US-Staaten die Droge erlaubt - wenngleich meist nur zu medizinischen Zwecken. Der legale Handel floriert, die Branche dürfte im letzten Jahr weit über zwei Milliarden Dollar an Umsatz gemacht haben. Und das könnte erst der Auftakt sein, denn noch ist der Markt relativ stark reguliert. Die strengen Geldwäschegesetze halten Banken von Krediten und die Wall Street von Investitionen derzeit noch ab.

Das wird sich bald ändern, hofft die Szene. „Es wird der Tag kommen, wenn die Gesetze etwas gelockert werden und das große Geld Zutritt erhält“, sagt Pete Williams vom legalen Marihuana-Handel „Medicine Man“ aus Colorado. Thiels Einstieg ist Wasser auf die Mühlen aller, die glauben, dass der richtige Boom erst noch kommt. Sein Fonds ist an diversen Firmen beteiligt, die als das „nächste große Ding“ gehandelt werden - zu Airbnb, Spotify, Lyft, SpaceX oder Oculus Rift gesellt sich jetzt „Marley Natural“.

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