Wirtschaft
25.07.2018

US-Geldmanager über Trump: "Unberechenbarkeit verstörend"

So sehen amerikanische Fondsbosse Präsident Trump und die Entwicklung des Handelsstreites.

Der Chefökonom der Raiffeisenbank International (RBI), Peter Brezinschek, war gerade in den USA unterwegs und hat sich bei den Managern großer Vermögensverwalter und Pensionsfonds umgehört, wie sie Präsident Trump, die Handelsstreitereien und die Aussichten für die Wirtschaft sehen. Der RBI-Ökonom zu:

Twitter-Gewitter

Die Unberechenbarkeit des US-Präsidenten empfinden die Manager von Milliarden-Fonds als verstörend. Dennoch gilt Trump als einer der populärsten Präsidenten der USA.

Abschottung

Trump sei ja nicht der Protektionist an und für sich, bekam Brezinschek zu hören. Unter dem Demokraten Bernie Sanders (der in den Vorwahlen gegen Hillary Clinton den Kürzeren zog) wäre es viel schlimmer gekommen.

Konsumenten

Die Stimmung unter den Verbrauchern ist anhaltend gut. Die Arbeitslosigkeit ist so niedrig wie seit Jahrzehnten nicht. Die Supermärkte und Einkaufszentren sind mit Kaufwilligen gerammelt voll.

Preisniveau

Sprit ist extrem günstig. Die Gallone kostet 3,0 bis 3,75 Dollar. Eine Gallone steht für 3,78 Liter – macht einen Literpreis von weniger als einem Dollar (weniger als 0,85 Euro).

Überwälzung

Zumindest bei der US-Zentralbank Fed wird schon die Gefahr bedacht, dass die Zölle auf Importe so manchen Preis hochtreiben könnten – wie es etwa schon bei Whirlpool-Waschmaschinen passiert, weil Alu und Stahl teurer wurde. Die USA haben aber bereits seit 2015 höhere Teuerungsraten als die Eurozone. Die Notenbank wird mit weiteren Zinsanhebungen gegen eine zu flotte Inflation ankämpfen.

Exporte

In den USA stehen die Ausfuhren für weniger als zehn Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Bei China sind es hingegen mehr als 20 Prozent des BIP. Davon geht wiederum ein Fünftel in die USA. Die Meinung der Amerikaner daher: Die USA sitzen dadurch am längeren Ast, wenn es um Strafzölle geht.

Uneiniges Europa

Im Kampf gegen Zölle auf Autos funktioniert die Achse Berlin-Paris nicht. Frankreich wäre praktisch nicht betroffen, Deutschland aber sehr wohl. Diese Uneinigkeit kommt Trump entgegen.

Brummende Wirtschaft

Auch wenn Strafzölle manches Ergebnis belasten, etwa jenes von General Motors: Die Unternehmensergebnisse in den USA steigen derzeit so rasch wie seit Anfang 2015 nicht mehr. Die Wirtschaft ist hochtourig unterwegs und dürfte im zweiten Quartal um vier Prozent gewachsen sein, vielleicht auch eine Spur mehr.