© REUTERS/JOE SKIPPER

Wirtschaft

Musk verkaufte erneut Aktien

US-Bank JPMorgan bringt Tesla wegen Musk-Tweet vor Gericht und Tesla-Chef verkaufte Aktien im Wert von 930 Mio. Dollar.

11/16/2021, 07:22 AM

Tesla-Chef Elon Musk setzt in großen Schritten seine AktienverkĂ€ufe fort, die er mit einer Twitter-Umfrage eingeleitet hatte. Er stieß am Montag Papiere des Elektroauto-Herstellers im Wert von rund 930 Mio. Dollar (812,65 Mio. Euro) ab. Zuvor löste er einen weiteren Teil seiner Aktienoptionen ein. Die Transaktionen gehören - wie ein Ă€hnlicher Verkauf eine Woche zuvor - zu einem Mitte September festgelegten Plan, wie aus Mitteilungen an die US-Börsenaufsicht hervorging.

Musk hatte Twitter-Nutzer vor gut einer Woche abstimmen lassen, ob er sich von zehn Prozent seiner Tesla-Beteiligung trennen solle, um mehr Steuern zu zahlen. Mit rund 58 Prozent der abgegebenen Stimmen setzte sich der Vorschlag durch. Das Paket war zu dem Zeitpunkt rund 21 Mrd. Dollar wert, nach der Umfrage gab der Aktienkurs allerdings nach. Seit der Twitter-Abstimmung verkauft Musk nun insgesamt Aktien im Wert von etwa 7,8 Mrd. Dollar. Davon gehen rund zwei Milliarden Dollar auf den September-Verkaufsplan mit Ziehung der Aktienoptionen zurĂŒck, wie bisherige Tesla-Mitteilungen zeigen.

Der Tesla-Chef hat Zeit bis Ende August 2022, Optionen aus dem Jahr 2012 auf mehr als 20 Millionen Aktien einzulösen. Sonst verfallen sie. Wie schon beim ersten Paket vor einer Woche wurde der Preis dieser Papiere bei 6,24 Dollar angesetzt. Auf die Differenz zum aktuellen Kurs von gut 1.000 Dollar muss der Tesla-Chef Steuern zahlen. Durch die Ziehung der Optionen hĂ€lt Musk nach dem jĂŒngsten Verkauf noch rund 167,5 Millionen Tesla-Aktien.

Musk hatte zur Twitter-Umfrage erklĂ€rt, AktienverkĂ€ufe seien fĂŒr ihn der einzige Weg, Steuern zu zahlen, da er bei Tesla kein Gehalt oder Bonuszahlungen beziehe. Als zumindest auf dem Papier mit Abstand reichster Mensch der Welt sah er sich zuletzt verstĂ€rkt mit Forderungen konfrontiert, mehr zum Allgemeinwohl beizutragen.

Klage wegen Tweet

Eine andere Twitter-Nachricht aus dem Jahr 2018 zum angeblich geplanten BörsenrĂŒckzug des US-Autobauers hat ein weiteres juristisches Nachspiel. Die grĂ¶ĂŸte US-Bank, JPMorgan, verklagt den E-Auto-Hersteller vor dem Bundesgericht in Manhatten wegen Vertragsbruch und irrefĂŒhrender Angaben, wie aus der Klageeinreichung am Montag hervorging.

Tesla habe mit der Bank Optionsscheintransaktionen abgeschlossen, die das Unternehmen zur Auszahlung in Aktien oder Bargeld verpflichteten, wenn der Kurs bei Ablauf der Optionsscheine ĂŒber dem vertraglichen AusĂŒbungspreis lag. Musks Tweet habe den Wert der Optionsscheine erheblich gedrĂŒckt. Tesla reagierte nach Börsenschluss nicht sofort auf eine Bitte um Stellungnahme.

Musk hatte am 7. August 2018 auf Twitter erklĂ€rt, das Unternehmen fĂŒr 72 Milliarden Dollar von der Börse nehmen zu wollen. Die Finanzierung dafĂŒr sei gesichert, so Musk damals. SpĂ€ter ruderte er zurĂŒck. Wegen des Verdachts auf Marktmanipulation folgten Sammelklagen von Investoren, auch die US-Börsenaufsicht schaltete sich ein.

Jederzeit und ĂŒberall top-informiert

UneingeschrÀnkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.

Kommentare

US-Bank JPMorgan bringt Tesla wegen Musk-Tweet vor Gericht | kurier.atMotor.atKurier.atKurier.atFreizeit.atFilm.atImmmopartnersuchepartnersucheSpieleCreated by Icons Producer from the Noun Project profilkat