Wirtschaft
29.09.2015

Griechen erhöhen Steuern: Hotels passen Preise an

Die Mehrwertssteuer wird auf 23 Prozent angehoben. Für Übernachtungen von sechs auf dreizehn Prozent.

Griechenland erhöht die Mehrwertsteuer-Sätze auf sechs Touristen-Inseln und kommt damit einer zentralen Forderung der internationalen Geldgeber nach. Ab Donnerstag würden auf Santorin, Mykonos, Rhodos, Naxos, Paros und Skiathos landesübliche Sätze von bis zu 23 Prozent gelten, teilte das Finanzministerium in Athen am Montag mit.

Ab Juni des nächsten Jahres würden die Steuervergünstigungen weiterer Inseln gestrichen. Derzeit gilt auf vielen Inseln ein ermäßigter Mehrwertsteuersatz, was immer wieder von den internationalen Gläubigern kritisiert wurde.Ministerpräsident Alexis Tsipras hat sich im Gegenzug zu einem dritten milliardenschweren Hilfspaket zu umfassenden Steuerreformen verpflichtet.

Tourismus wird leiden

„Für jede Übernachtung in einem Hotel wird der Mehrwert-Steuersatz ab 1. Oktober von sechs Prozent auf 13 Prozent erhöht“, sagt Erika Pitsikali, die auf der Insel Santorin eine schmucke Hotel-Anlage betreibt.“ Eigentlich war diese Erhöhung schon mit 1. Juli geplant, also mitten in der Saison, aber die gesamte griechische Tourismusbranche ist geflippt." Nachsatz: "Wir werden in der nächsten Saison unsere Preise anpassen müssen. Es wird sehr schwer werden, mit den anderen südeuropäischen Tourismus-Ländern konkurrieren zu können.“ Denn: Die griechischen Tourismusbetriebe erwischt es doppelt - sie sind gleichzeitig von der landesweiten Mehrwertsteuer-Erhöhung auf 23 Prozent betroffen. Bisher betrug der Mehrwert-Steuersatz im Schnitt 16 Prozent, bei verschiedenen Produkten wie Grundnahrungsmitteln nur 13 Prozent. „Auch ich muss künftig für jede Decke oder Waschmaschine, die ich einkaufe, 23 Prozent Mehrwertsteuer zahlen", sagt die Hotelbetreiberin. „Besonders für Restaurants ist diese Mehrwertsteuer-Erhöhung eine Katastrophe.“ Für einige Grundnahrungsmittel, darunter für Milch, Käse und Joghurt, die vor allem für Kinder wichtig sind, wird der niedrige Mehrwertsteuersatz von 13 Prozent beibehalten.