© EPA_Peter Kneffel

Alpine-Anleihen
07/10/2013

Anleger fühlen sich über den Tisch gezogen

Die Insolvenz hat eine Welle der Empörung ausgelöst.

von Kid Möchel

Die Insolvenz der Alpine Holding, die in drei Anleihe-Tranchen insgesamt 290 Millionen Euro bei 6000 bis 8000 Anlegern eingesammelt hat, hat eine Welle der Empörung ausgelöst. „Die Anleihe-Gläubiger reagieren mit großem Frust und mit Enttäuschung, weil sie sich verraten, verkauft und schlecht informiert fühlen“, sagt Insolvenzverwalter Karl Engelhart im Gespräch mit dem KURIER. Vor allem Investoren der dritten Anleihe (100 Millionen Euro), die Mitte Mai 2012 aufgelegt wurde, fühlen sich über den Tisch gezogen.

Ihnen wurde das Investment, das jährlich sechs Prozent Zinsen abwerfen sollte, nicht nur durch die Erfolge „in der klassischen Bautätigkeit“ schmackhaft gemacht, sondern vor allem durch die erfolgreichen Geschäfte der Kommunikations- und Fahrleitungstechnik-Sparte Alpine Energie. Letztere wurde im Verkaufsfolder als „eine wesentliche und wirtschaftliche Säule des Alpine Konzerns“ beworben. Doch sie gehört seit April 2013 nicht mehr der Alpine, sondern ihrer spanischen Mutter FCC.

Informationslücke

Laut den Anleihe-Bedingungen hätten die Anleger aber ein Kündigungsrecht gehabt, wären sie von der Übertragung des „wesentlichen Vermögenswertes“ Alpine Energie an die FCC in Kenntnis gesetzt worden. Der Wert der Alpine Energie wird auf 100 Millionen Euro geschätzt.

Die Prospekte zu den drei Anleihen wurden nicht von der Wiener Finanzmarktaufsicht, sondern von der Luxemburger Wertpapier-Aufsicht CSSF „gebilligt“ und auf der Homepage der Luxemburger Behörde und der Alpine veröffentlicht. Die Luxemburger prüfen Prospekte angeblich schneller und ihr „Stempel“gilt in ganz Europa. Zugleich ersparte sich die Alpine die Veröffentlichung im Amtsblatt der Wiener Zeitung. Die Anleihen notieren aber an der Wiener Börse.

Offen ist, wofür die eingesammelten 290 Millionen Euro, welche die Holding als Darlehen an die mittlerweile bankrotte Alpine Bau weiterleitete, tatsächlich verwendet wurden. „Ich bin gerade dabei zu erforschen, wohin die Anleihegelder geflossen sind“, sagt Insolvenzverwalter Engelhart. „Die Geschäftsführung hat mir nur mitgeteilt, dass es keine unterschriebenen Darlehensverträge gibt.“

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