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Wirtschaft
01/06/2022

Unerwartetes Wachstum: Plus acht Prozent Auslandsaufträge an deutsche Industrie

Nach einem Rückgang um 5,8 Prozent im Oktober 2021 sind die Aufträge an die deutsche Industrie im November deutlich gestiegen.

von Daniela Kittner

Die deutsche Industrie hat sich im November stärker als erwartet vom zuvor erlittenen Auftragseinbruch erholt. Grund dafür ist die gute Auslandsnachfrage Die Unternehmen zogen 3,7 Prozent mehr Bestellungen an Land als im Vormonat, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte.

Von Reuters befragte Ökonomen hatten lediglich mit einem Wachstum von 2,1 Prozent gerechnet. Im Oktober hatte es noch einen Rückgang von 5,8 Prozent gegeben. „Für die konjunkturellen Aussichten liefert dies einen positiven Impuls, wenngleich die wirtschaftliche Aktivität durch bestehende Lieferengpässe weiterhin belastet wird“, erklärte das Bundeswirtschaftsministerium dazu.

Für das positive Abschneiden sorgte im November allein die anziehende Auslandsnachfrage: Die Aufträge von dort stiegen um 8,0 Prozent zum Vormonat. Dabei legten die Bestellungen aus der Euro-Zone mit 13,1 Prozent besonders deutlich zu, während die aus dem restlichen Ausland um 5,0 Prozent kletterten. Die Bestellungen aus dem Inland gaben dagegen um 2,5 Prozent nach.

Materialmangel bremst

Positiv entwickelt haben sich im November auch die Umsätze in der Industrie: Sie lagen um real um 4,2 Prozent höher als im Vormonat, blieben aber um 3,4 Prozent unter ihrem Vorkrisenniveau von Februar 2020.Die Industrie hat eigentlich genügend Aufträge, um ihre Produktion auf Hochtouren laufen zu lassen. Allerdings fehlen wichtige Vorprodukte wie beispielsweise Mikrochips, die in zahlreichen Gegenständen - von Autos bis Haushaltsgeräten - enthalten sind. Der Materialmangel in der Industrie hat sich Ende 2021 nochmals verschärft: 81,9 Prozent der Firmen klagten über Engpässe und Probleme bei der Beschaffung von Vorprodukten und Rohstoffen, so viele wie noch nie.

Da die Probleme noch eine Weile anhalten dürften, wird der Aufschwung in diesem Jahr nach Prognose führender Institute kleiner ausfallen als bislang  angenommen. Das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) etwa senkte seine Prognose für das Wachstum des deutschen Bruttoinlandproduktes 2022 von 5,1 auf 4,0 Prozent.

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