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Wirtschaft
11/19/2019

Um 29 Mio. Euro: Billigflieger Easyjet soll CO2-neutral werden

Billigflieger will als Erster alle Emissionen kompensieren. Gewinn im Geschäftsjahr ist gesunken, die Dividende wird gekürzt.

Der britische Billigflieger Easyjet will die erste Fluggesellschaft sein, die ihre gesamten CO2-Emissionen kompensiert. Das werde im laufenden Geschäftsjahr voraussichtlich rund 25 Millionen Pfund (29,2 Mio. Euro) kosten, sagte Airline-Chef Johan Lundgren am Dienstag bei der Bekanntgabe des Geschäftsergebnisses. Man sei ab sofort die weltweit erste große Fluggesellschaft mit netto null Emissionen.

Mit Kompensationszahlungen werden unter anderem Aufforstungsprojekte und Photovoltaik-Anlagen gefördert. Man sei sich dabei bewusst, dass der Ausgleich nur eine Übergangsmaßnahme sei, sagte Lundgren.

Pläne für Elektro-Flugzeuge

Easyjet werde daher die Entwicklung innovativer Technologien weiter unterstützen. Mit Airbus habe man eine Grundsatzvereinbarung über ein Projekt getroffen, mit dem elektrische und hybride Flugzeuge für die Kurzstrecke ermöglicht werden sollen.

Eine zusätzliche Kostenbelastung in ohnehin bereits schwierigeren Zeiten: Die Fluglinie hat 2018/19 sinkende Gewinne verzeichnet. Das um Sonderposten bereinigte Vorsteuerergebnis sackte in dem im September abgelaufenen Geschäftsjahr um 26 Prozent auf 427 Mio. Pfund (500 Mio. Euro) ab.

Die Easyjet-Aktionäre bekommen den Gewinnrückgang des abgelaufenen Bilanzjahres 2018/19 auch bei der Ausschüttung zu spüren. Die Dividende soll von 58,6 auf 43,9 Pence gekürzt werden.

Vorsichtiger Ausblick

Für das bis September 2020 laufende Geschäftsjahr zeigt sich das Unternehmen vorsichtiger. Easyjet erwarte nun einen Anstieg der eigenen Kapazität am unteren Ende der bisherigen angestrebten Prognose von drei bis acht Prozent, wie das Unternehmen am Dienstag in Luton bei London mitteilte.

Im ersten Quartal soll die Kapazität um zwei Prozent wachsen, aber im ersten Halbjahr weniger stark zulegen. Im vergangenen Geschäftsjahr stieg das Flugangebot noch um zehn Prozent.

Aktie dennoch im Plus

Nach Anfangsverlusten drehte die Easyjet-Aktie ins Plus und legte zuletzt rund vier Prozent zu. Analysten hoben die positiven Entwicklungen hervor: Gute Ticketpreise des Billigfliegers sprächen für höhere Schätzungen beim Gewinn vor Steuern, schrieb Analyst Damian Brewer vom Analysehaus RBC in einer Studie.

Angesichts der zuletzt starken Kursentwicklung der Aktien könnten Investoren allerdings zu Gewinnmitnahmen neigen. Die Schweizer Bank Credit Suisse hob das Kursziel für das Papier wegen höherer Ergebniserwartungen an. Easyjet dürfte weiterhin Marktanteile gewinnen, hieß es weiter.

Vorläufige Zahlen zum abgelaufenen Geschäftsjahr hatte Easyjet bereits im Oktober vorgelegt. Teurer Treibstoff und gesunkene Ticketpreise hatten die Fluggesellschaft im stark umkämpften Airline-Markt im ersten Halbjahr tiefer in die roten Zahlen getrieben. Auch konjunkturelle Unsicherheiten wie die Hängepartie um den Brexit bereiteten dem Unternehmen Probleme.

Jetzt 96 Millionen Passagiere

Die Zahl der Passagiere stieg 2019 um 8,6 Prozent auf 96,1 Millionen Fluggäste. "Vorausbuchungen für die erste Hälfte des Geschäftsjahres 2020 sind ermutigend", sagte Unternehmenschef Johan Lungren. Die Buchungslage liege leicht über der des Vorjahres.

Für die ersten Jahreshälfte peilt Easyjet beim währungsbereinigten Umsatz pro Sitzplatz ein Plus im niedrigen bis mittleren einstelligen Bereich an.

Für Brexit gerüstet

Bezüglich des Austritts Großbritanniens aus der Europäischen Gemeinschaft sieht sich die Billigfluggesellschaft seit März für alle Eventualitäten gewappnet. Dabei verwies Easyjet darauf, dass die Airline Betriebsgenehmigungen in Österreich, der Schweiz und Großbritannien besitze.

Rund die Hälfte des Eigenkapitals gehöre europäischen Staatsangehörigen. Das Unternehmen werde genau beobachten, wie sich die Nachfrage der Kunden im Zusammenhang mit dem Brexit entwickle.

Zudem orderte Easyjet zwölf neue Langstreckenflugzeuge der A320-Neo-Reihe von Airbus. Damit würden sich die Bestellungen für die A320-Neo-Familie auf 159 Flugzeuge erhöhen, hieß es von dem Flugzeugbauer.

 

 

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