Wirtschaft
24.08.2018

Trafikanten dürfen jetzt "Coffee to go" verkaufen

Kaffee und alkoholfreie Heißgetränke gehören jetzt auch zum erlaubten Sortiment von Trafiken.

Die Tageszeitung, einen Lottoschein und eine Melange zum Mitnehmen, bitte. Trafikanten werden bald auch letzteren Wunsch erfüllen können. Mit Anfang September ist es den Tabak-Fachgeschäften erlaubt, Kaffee und andere Heißgetränke zum Mitnehmen anzubieten. Kaltgetränke dürfen sie schon länger verkaufen. Der Hintergrund: In allen drei Geschäftsbereichen – Tabakwaren, Zeitungen und Lotterie-Produkte – gehen die Umsätze zurück. „Statt zu jammern und abzuwarten, denkt man über Alternativen nach“, erzählt Hannes Hofer, Chef der Monopolverwaltung, vom Überlebenswillen der Branche. „Trafikanten sind für sensible Genussmittel zuständig“, so Hofer. Was passe also besser zum Sortiment als Kaffee.

Ausschreibung

Die Monopolverwaltung wollte ganz gezielt erreichen, dass die Trafikanten mit dem Kaffee auch wirklich etwas verdienen können – und hat daher für sie eine Ausschreibung gemacht, um Geräte und Kaffee mit guter Qualität zu leistbaren Preisen zu finden. „Papierbecher, kein Kunststoff“, betont Hofer. Und natürlich könne auch ein eigener Becher mitgebracht werden. Der Kaffee werde frisch gemahlen. Über Preise und Bechergrößen werden die einzelnen Trafikanten selbst entscheiden.

300 bis 500 Trafiken

Hofer rechnet damit, dass anfangs nur ein paar Trafiken mit dem „Coffee to go“ starten werden. Später könnten es dann 300 bis 500 sein. Zum Vergleich: Österreichweit gibt es 2400 Tabak-Fachgeschäfte (1277 davon von Menschen mit Behinderung geführt). Nicht betroffen sind die 3200 Tabak-Verkaufsstellen, wo am Land etwa im Supermarkt Tabakwaren verkauft werden.

„Der Charakter eines Tabak-Fachgeschäfts soll erhalten bleiben“, betont Hofer. Damit das auch so bleibt, sind Steh- oder Sitzplätze sowie eine gastronomische Anmutung nicht zulässig. Für die Vertreter der Kaffeehäuser in Wien hat die Erweiterung des Trafiken-Sortiments trotzdem einen bitteren Beigeschmack. Große Kaffeehäuser würden die neue Konkurrenz zwar kaum zu spüren bekommen. Aber kleine Steh-Cafes und Beisln könnten durchaus weniger Umsatz machen, befürchtet der Wiener Spartenobmann Wolfgang Binder.
Monopolverwaltungs-Boss Hofer beruhigt: „Ich glaube, dass es zusätzlichen Kaffeekonsum geben wird.“