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Einlagen
10/31/2012

"Tiefer können die Zinsen nicht sinken"

Ein kleiner Trost für Sparer: Die Zinsen für Einlagen sind schon derart mager, dass sie gar nicht mehr weiter abspecken können.

von Christine Klafl

In Spanien liefern sich die Banken derzeit einen verzweifelten Kampf um Spargelder. Weil Investoren vielen spanischen Instituten nicht über den Weg trauen, brauchen diese dringend andere Finanzierungsquellen – wie Spareinlagen. Mehr als drei Prozent, sogar bis zu acht Prozent Zinsen bieten sie für Einlagen mit einem Jahr Bindung. Auf längere Sicht ist das allerdings ruinös, weil die Kreditzinsen viel tiefer liegen. Die Banken zahlen also kräftig drauf, um an Kundengelder zu kommen.

Auch wenn Sparer das kaum glauben mögen: Hierzulande ist der Wettbewerb ebenfalls beinhart. Österreich gilt als Land mit zu vielen Banken, die um Einlagen ringen. Die Sparzinsen sind zwar winzig, aber doch einen Tick höher, als es der Geldmarkt eigentlich hergeben würde. Die Spanne zwischen Spar- und Kreditzinsen "ist weiter gesunken", sagt Rainer Hauser, Privatkunden-Vorstand der Bank Austria. "Mit Zucker?", fragt Marmeladen-Produzent Hans Staud, der Hauser eine Tasse Tee überreicht. Es ist Weltspartag. Zur Tradition gehören nicht nur die Kleingeschenke für Sparer, sondern auch die Empfänge für Großkunden und Prominente aus Wirtschaft und Politik. Hunderte folgen diesen Einladungen – zum Tratschen und Netzwerken bei einem kleinen Imbiss.

Mit der Bank Austria verbindet Staud bereits eine jahrzehntelange Bankbeziehung. Am Dienstag kam eine weitere Beziehung dazu: Gäste des Empfangs wurden zum Weltspartag unter anderem mit Staud-Marmeladen beschenkt. Dass die Sparzinsen derart tief im Keller sind, ist Staud nicht so wichtig: "Mir bleibt nicht viel übrig, ich investiere alles in meine Firma."

Hausbank-Image

"Tiefer können die Sparzinsen gar nicht sinken, wir können ja nicht in den Negativbereich gehen", meint Walter Rothensteiner, Chef der Raiffeisen Zentralbank (RZB), beim Mittagsempfang, den die RZB und die Raiffeisen Bank International (RBI) gemeinsam veranstalten. Zum ramponierten Image der Banken meint Rothensteiner: "Ich sag’ nur noch Hausbank, denn der vertrauen die Leute." Laut Umfragen ist das Vertrauen in Banken im Allgemeinen zwar nach wie vor angeschlagen. Der eigenen Hausbank vertrauen allerdings weit mehr als 70 Prozent.

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