Telekom-Regulator: „Es zahlt keiner mehr, nur weil Glasfaser draufsteht“

Telekom-Regulator: „Es zahlt keiner mehr, nur weil Glasfaser draufsteht“
RTR-Geschäfstführer Klaus Steinmaurer über die schleppende Breitband-Nutzung und warum 5G kein Massenprodukt ist

Stell dir vor, das Internet ist superschnell, aber niemanden interessiert’s. Obwohl der Breitband-Ausbau voranschreitet, hinkt Österreich bei der Nutzung von Glasfaser-Anschlüssen im EU-Schnitt weit hinterher. Telekom-Regulator Klaus M. Steinmaurer geht im KURIER-Interview auf Ursachenforschung.

KURIER: Von 950.000 Glasfaseranschlüssen werden von den Haushalten gerade einmal 190.000 genutzt. Warum ist das so?

Klaus Steinmaurer: Wir haben ein sehr gut ausgebautes Mobilfunknetz. Durch den Wettbewerb dort haben sich die mobilen Internetanschlüsse, die Cubes, rasch verbreitet und mobile Anschlüsse können die Bedürfnisse der Haushalte meist durchaus decken.

Das heißt, Glasfaser-Anschlüsse mit hohen Geschwindigkeiten von 100 Mbit/s brauchen die Haushalte überhaupt nicht?

Für die Dienste, die ein Durchschnittshaushalt heute in Anspruch nimmt, braucht er im Schnitt 10 bis 15 Mbit/s. Wer viel TV nutzt, braucht etwas mehr. Aber Anschlüsse mit 100 Mbit/s braucht es in der Regel dafür nicht.

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