Wirtschaft
04.10.2017

Studie sagt Anstieg bei Immobilien-Kreditvergaben voraus

Im Vergleich zum Vorjahr ist ein deutlicher Rückgang der Unsicherheiten der Banken rund um den Brexit spürbar.

Der EU-Austritt Großbritanniens („Brexit“) wird die Kreditvergabe der europäischen Immobilienmärkte beeinflussen: Die KPMG Studie „Property Lending Barometer 2017“ prognostiziert, dass etablierte europäische Märkte in den nächsten eineinhalb Jahren vom Brexit profitieren werden, während weniger etablierte Märkte darunter zu leiden haben.

Die größere Verfügbarkeit von Finanzmitteln für den Immobilienmarkt ist laut Umfrage auf gelockerte Bedingungen bei der Kreditvergabe und eine anhaltende Nachfrage nach Krediten aller Art zurückzuführen. Es ist zu erwarten, dass dieser Trend weitergeht. „Der wirtschaftliche Ausblick ist optimistisch: Die Studie prognostiziert für Österreich und die gesamte Europäische Union ein stetiges Wachstum. Es dominieren günstige Wirtschaftsindikatoren wie niedrige Inflation, sinkende Arbeitslosenzahlen sowie steigende Investitionen“, erklärt KPMG Partner Erich Thewanger. „Das sind alles Faktoren, die einen positiven Einfluss auf die Immobilienbranche haben.“ Der Immobilien-Experte ergänzt: „Die Finanzierungsbedingungen sind laut Umfrage also günstig. Aufgrund externer Risiken sind allgemeine wirtschaftliche Aussichten jedoch mit Vorsicht zu betrachten.“

Neben den optimistischen Prognosen zeigt ein Ergebnis der Studie Zurückhaltung am heimischen Markt im Vorjahr: 2016 wurden in Österreich 2,6 Mrd. Euro in gewerbliche Immobilienprojekte investiert. Dies bedeutet im Vergleich zum Jahr 2015 einen Rückgang um 16 Prozent. Ergebnisse für das 1. Halbjahr 2017 sind dazu noch nicht verfügbar.

Die Studie liefert außerdem Informationen über die beliebtesten Anlageklassen: Wurde im Vorjahr europaweit noch bevorzugt in Bürogebäude investiert, so führt 2017 das Wohneigentum die Liste der bevorzugten Anlageklassen der Banken an. Dies gilt auch für den heimischen Immobilienmarkt. Neben Wohn- und Gewerbeimmobilien zählen auch Einzelhandel und Hotellerie zu den bevorzugten Objekten für österreichische Investoren.

Für die Studie wurden Banken in 17 europäischen Ländern befragt: Österreich, Bulgarien, Kroatien, Zypern, die Tschechische Republik, Deutschland, Ungarn, Irland, die Niederlande, Polen, Rumänien, Serbien, die Slowakei, Spanien, Schweden, die Türkei und Großbritannien.