© Michael Andrusio

Wirtschaft
06/23/2016

Studie: Elektroautos haben die beste Ökobilanz

Studie des Umweltbundesamts vergleicht Antriebe. Diesel bei NOx am schlechtesten.

Elektroautos haben die beste Ökobilanz: Das Umweltbundesamt (UBA) hat Diesel, Benziner, Hybrid- und Elektroauto verglichen. Strombetriebene Fahrzeuge schnitten in der am Donnerstag veröffentlichten Studie, die im Auftrag des Umweltministeriums entstand, bei allen Parametern am besten ab. Hybrid-Fahrzeuge landeten auf Platz zwei.

In die Beurteilung eingeflossen sind Treibhausgas- und Luftschadstoffemissionen sowie der Energiebedarf. Berücksichtigt wurden alle Umweltauswirkungen, die von der Produktion über den Betrieb bis zur Entsorgung entstehen.

Elektrofahrzeuge bieten laut UBA derzeit die besten Chancen, Energieverbrauch und Luftschadstoffe im Straßenverkehr nachhaltig zu reduzieren. Diese Technologie könne überdies die Lärmbelastung bei niedrigen Geschwindigkeiten deutlich verringern. Die geringsten Umweltauswirkungen verursachen Elektroautos, die innerorts gefahren werden. Eine entscheidende Rolle spielt die Lebensdauer des Akkus.

Legt man die Treibhausgas-Emissionen (THG-Emissionen), die bei Produktion, Betrieb und Entsorgung entstehen, auf gefahrene Kilometer um, schneiden Benzin- und Diesel-Fahrzeuge am schlechtesten ab. Hybrid-Fahrzeuge stoßen aufgrund des zusätzlichen Elektromotors rund acht Prozent weniger THG-Emissionen aus als rein fossil betriebene Diesel und Benziner, bei den Elektrofahrzeugen sind es laut Studie 75 bis 90 Prozent weniger.

Diesel bei Stickoxiden am schlechtesten

"Beim Vergleich der Stickoxid-Emissionen (NOx-Emissionen) bilanzieren Dieselfahrzeuge eindeutig am schlechtesten", berichteten die Umweltexperten. "Sie verursachen pro gefahrenem Kilometer neun Mal mehr NOx-Emissionen als Benzinfahrzeuge." Elektrofahrzeuge verursachen die wenigsten Stickoxide. Im Betrieb sind sie emissionsfrei, die Belastung entsteht bei der Stromproduktion. Mit erneuerbaren Energieträgern fällt die Ökobilanz noch besser aus.

Bei Staubemissionen (Particulate Matter, PM-Emissionen) bilanzieren die Antriebsarten laut UBA annähernd gleich. Rund 50 Prozent resultieren aus der Fahrzeugproduktion. Die andere Hälfte stammt bei den E-Autos aus der Akku- sowie der Stromproduktion, bei Benzinern und Diesel- bzw. Hybrid-Fahrzeugen aus der Energiebereitstellung.

Der Energieaufwand über den gesamten Lebenszyklus ist bei Elektrofahrzeugen um das Drei- bis Vierfache geringer als bei fossil betriebenen, im Vergleich zu Hybridautos brauchen sie 50 bis 70 Prozent weniger. Der Großteil geht in den Betrieb - der Energieaufwand bei der Fahrzeugherstellung und der Materialeinsatz sind für alle ungefähr gleich.