Stronach und die Gauselmänner

Paul Gauselmann, Gründer der deutschen Automaten-Gruppe, will im österreichischen Glücksspielgeschäft mitmischen.
Foto: Gauselmann

Gemeinsam mit der deutschen Automatengruppe bemüht sich der Austrokanadier um Casino-Lizenzen in Österreich.

Das Wettrennen um die Lizenzen für Vollcasinos und Automaten, die auf Druck der Europäischen Gerichtshofs nun erstmals EU-weit ausgeschrieben werden mussten, wird spannend. Neben den beiden Fixstartern Casinos Austria und Novomatic ist auch der Austrokanadier und Magna-Gründer Frank Stronach ins Rennen gegangen.

Stronach hat sich die deutsche Gauselmann-Gruppe ins Boot geholt. An der Merkur Entertainment AG halten die Deutschen 66,67 Prozent, ein Drittel hat Stronach. Zuerst will man sich um Konzessionen für das Automatenspiel in Nieder- und Oberösterreich bewerben, eine Bewerbung für Voll-Casinos wird derzeit "intensiv geprüft".

Die im Jahre 1957 gegründete Gauselmann-Gruppe war in Deutschland etliche Jahre unangefochtener Marktführer bei Spielautomaten, wurde inzwischen aber von der Novomatic überholt. Gauselmann betreibt weltweit 500 Automaten-Salons, aber kein Voll-Casino.

Politisch hat man sich gut vernetzt. Im Aufsichtsrat, dem mit Monatsende der VP-Politiker Stummvoll abhanden kommt, sitzt Franz Schnabl (SP), ehemaliger vom damaligen VP-Innenminister Ernst Strasser gegangener Generalinspektor der Wiener Sicherheitswache und Präsident des Arbeiter-Samariter-Bundes.

Im Vorstand werkt neben einem Gauselmann-Vertreter der Stronach-Vertraute und ehemalige Chef des Privatsenders ATV, Tillmann Fuchs.

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(kurier) Erstellt am
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