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Preiszonen
12/20/2018

Strompreis: Markttrennung wird Industrie 300 Millionen Euro pro Jahr kosten

Die Aufsplittung der Strompreiszone mit Deutschland ist ein Rückschritt für die Standortqualität und für die Versorgungssicherheit.

von Kid Möchel

Die Trennung des gemeinsamen Stromgroßhandels mit Deutschland aufgrund von Kapazitätsengpässen bei den Leitungen trifft die österreichische Industrie hart. „Es ist dramatischer als wir ursprünglich angenommen haben“, sagt Stephan Schwarzer von der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). Nur ein Drittel der energieintensiven Betriebe sei von den höheren Kosten noch nicht betroffen, weil sie nach wie vor Fixpreisverträge mit ihren Strom-Lieferanten haben.

Bei 47 Prozent der Unternehmen schlagen die Mehrkosten schon durch. Sie müssen rund acht Euro mehr pro Megawattstunde zahlen. Ein weiteres Viertel der Betriebe ist mit Mehrkosten von 2,5 bis fünf Euro konfrontiert. Schwarzer schätzt die Mehrkosten für die betroffenen tausend energieintensiven Betriebe (150.000 Beschäftiget) allein im Oktober und November auf rund 50 Millionen Euro, auf ein Jahr gerechnet auf 300 Millionen Euro.

„Auch der Dezember schaut sehr schlecht aus“, sagt Schwarzer. „Die Aufsplittung der Strompreiszone mit Deutschland ist ein Rückschritt für die Standortqualität Österreichs und für die Versorgungssicherheit. Das ist ein Sündenfall, der rasch bereinigt werden sollte.“ Nachsatz: „Wir müssen zurück zu einer gemeinsamen Strompreiszone.“

Neben dem Ausbau der Übertragungsnetze in Deutschland und Österreich wird eine Zweckwidmung der Erlöse aus -Zertifikatehandel gefordert. „Alleine der Engpass der Salzburg-Leitung kostet die Stromkunden 100 Millionen Euro und verursacht 1,2 Millionen Tonnen mehr -Emissionen pro Jahr“, sagt der WKÖ-Experte. „Wir brauchen leistungsfähige Leitungen, um Strom über Hunderte Kilometer transportieren zu können.“ Der Fall „Salzburg-Leitung“ liegt derzeit noch beim Bundesverwaltungsgericht. Kid Möchel

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