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E-Mobilität
08/23/2016

Warum die Deutsche Post plötzlich Elektroautos baut

Mit dem Streetscooter produziert die Post ihr ideales Fahrzeug selbst und die Flotte wächst stetig.

Die Deutsche Post mausert sich zusehends zum Hersteller von Elektrotransportern. Streetscooter heißen die gelben Paketbomber, die bis zu 80km/h schnell sind und auf eine Reichweite von 50 bis 80 Kilometern kommen.

Ein Autokonzern will man nicht werden, sagt Konzernchef Frank Appel. Aber: Die Post baut die Produktionskapazität aus, 10.000 Stück pro Jahr können es bald werden. Hergestellt werden die Streetscooter auf dem Gelände einer ehemaligen Waggonfabrik in Aachen - derzeit nur für den Eigengebrauch. Rund 2000 Fahrzeuge will man bis zum Ende des Jahres im Einsatz haben, 70.000 könnten es mittelfristig werden.

Und dann wäre irgendwann auch ein Verkauf an Firmenkunden im In- und Ausland denkbar. Es gebe bereits Nachfragen von Firmen, aber auch von Kommunen, die ihre städtischen Fahrzeugflotten umstellen und die wachsende CO2-Belastung in den Innenstädten reduzieren wollen. "Derzeit prüfen wir einige Rahmenkonditionen wie die Garantiebedingungen", verriet Unternehmesvorstand Gerdes unlängst dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel".

Dass die Post auf den Streetscooter gekommen ist, hat folgende Geschichte. Die Post benötigte einen einfachen, preiswerten und funktionalen E-Lieferwagen, ohne viel Schnickschnack und Design. Während Gerdes bei den Autobauern auf taube Ohren stieß, wurde er beim Start-up Streetscooter in Aachen fündig. Gemeinsam mit Instituten der Uni RWTH entwickelten die Firmengründer Achim Kampker und Günther Schuh dann Elektrofahrzeuge nach den Vorgaben der Post. Vor zwei Jahren übernahmen das Unternehmen die Streetscooter GmbH vollständig.

2012 war der erste Prototyp fertig, um ihn zu testen, seit Anfang 2014 wurden insgesamt 150 Vorserienfahrzeuge in verschiedenen Zustellstützpunkten im Betrieb eingesetzt. Die Deutsche Post hat mittlerweile ihren tausendsten Streetscooter in Betrieb genommen.

Selbstfahrende Roboter für die Schweiz

Die Schweizerische Post testet ab September in drei Gemeinden selbstfahrende Roboter, diese sind im Schritttempo auf den Gehsteigen unterwegs. In der Testphase erhalten sie noch einen menschlichen Begleiter.

Die Tests werden in der Stadt Bern, in Köniz BE sowie in Biberist SO durchgeführt, wie das Post-Tochterunternehmen Mobility Solutions AG am Dienstag in Bern bekannt gab. Die Test-Roboter können auf einer Distanz von rund sechs Kilometern Lasten von bis zu 10 Kilogramm befördern.Kommt der Roboter an seinem Ziel an, sendet er ein SMS mit der Nachricht "Ihre Sendung ist da" an den Empfänger, und der Deckel des Roboters öffnet sich. Sobald der Deckel geschlossen wird oder wenn der Empfänger nicht zu Hause ist, kehrt das Gefährt an den Ausgangspunkt zurück.

Bei der Österreichischen Post sind bereits 1.142 Elektrofahrzeuge in Betrieb. Konkret sind es 232 Autos, 335 Mopeds und 575 Räder.