Trotz Krise: Strabag meldet massive Gewinnsteigerung 2025

Das Konzernergebnis stieg um 11 Prozent auf 916,28 Mio. Euro und die Bauleistung nahm um 6 Prozent auf 20,4 Mrd. Euro zu.
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Österreichs größter Baukonzern Strabag hat seine Gewinne 2025 kräftig gesteigert. Das Konzernergebnis legte gegenüber dem Jahr davor um 11 Prozent auf 916,28 Mio. Euro zu, wie das Unternehmen am Dienstag bekanntgab. Der Gewinn je Aktie (EPS) stieg um 8 Prozent von 7,35 auf 7,94 Euro. Die Bauleistung erhöhte sich um 6 Prozent auf 20,4 Mrd. Euro und überschritt damit erstmals die 20-Milliarden-Euro-Schwelle. Die Dividende soll von 2,50 auf 2,90 Euro je Aktie angehoben werden.

Wachstumstreiber waren den Konzernangaben zufolge der Infrastrukturbau in den Bereichen Mobilität, Energie und Wasser sowie der Hightech-Industriebau. Herausfordernd gewirkt haben der späte Haushaltsbeschluss in Deutschland und fehlende kommunale Mittel in Österreich.

Vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen steigerte die Strabag ihren Gewinn (EBITDA) gegenüber dem Jahr davor um 15 Prozent auf 1,88 Mrd. Euro. Die EBITDA-Marge war "erstmals zweistellig" - sie verbesserte sich von 9,4 Prozent auf 10,1 Prozent. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) stieg um 17 Prozent auf 1,25 Mrd. Euro, die EBIT-Marge von 6,1 auf 6,7 Prozent.

Maßgeblich für die höher als erwartete EBIT-Marge seien unter anderem positive Effekte aus Großprojekten in Deutschland und im internationalen Geschäft, insbesondere im Infrastrukturbereich gewesen. Unterstützend gewirkt hätten zudem milde Witterungsverhältnisse in Deutschland, die laut Strabag gegen Jahresende zu einer höheren Kapazitätsauslastung führten.

Auftragsbestand erstmals über 30 Mrd. Euro

Der Auftragsbestand lag mit 31,37 Mrd. Euro und einem Plus von 24 Prozent erstmals über der 30-Milliarden-Euro-Marke. Er habe vor allem entlang der strategischen Wachstumsmärkte Mobilitäts-, Energie- und Wasserinfrastruktur sowie Hightech-Bauten ausgebaut werden können.

Der Umsatz des Bauriesen wuchs um 7 Prozent auf 18,7 Mrd. Euro. Der Personalstand der Strabag vergrößerte sich von weltweit 78.174 Beschäftigten auf 80.211 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Vollzeitäquivalente).

"Mit dem Markteintritt in Australien, dem Ausbau unseres Wasserinfrastrukturgeschäfts sowie Lösungen für leistbares Wohnen ist es uns gelungen, entscheidende Schritte zu setzen - gleichzeitig haben wir ein operativ starkes Ergebnis erwirtschaftet", teilte Konzernchef Stefan Kratochwill mit. Strategiekonformes Wachstum und weitere Fortschritte in der Profitabilität hätten dazu geführt, dass die Strabag bei Leistung, Auftragsbestand und EBIT-Marge "neue Höchstwerte" erreicht habe.

2026 mehr Leistung und geringere EBIT-Marge erwartet

Für das laufende Geschäftsjahr 2026 rechnet das Unternehmen mit einem weiteren Ausbau der Leistung auf rund 22 Mrd. Euro. Diese Prognose stützt sich auf den hohen Auftragsbestand und erwartete Beiträge aus den erfolgten Übernahmen. Einen Dämpfer erwartet die Strabag allerdings bei der EBIT-Marge, die auf 5 bis 5,5 Prozent zurückgehen soll.

Infolge des Iran-Krieges seien derzeit Preissteigerungen bei einzelnen Inputfaktoren wie Treibstoff, Gas und Bitumen zu beobachten. Die Auswirkungen hängen den Angaben zufolge maßgeblich von der Dauer des Kriegs ab. Die Strabag arbeite mit unterschiedlichen Vertragsmodellen und setze soweit möglich Preisgleitklauseln ein.

Grundsätzlich verfolgt der Konzern "eine lokal und langfristig ausgerichtete Beschaffungspolitik mit längerfristigen Rahmenvereinbarungen". Die Resilienz des Geschäftsmodells habe sich bereits während der COVID-19-Pandemie gezeigt, die ebenfalls von erheblichen Preissteigerungen geprägt gewesen sei.

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