APA11560984-2 - 21022013 - WIEN - ÖSTERREICH: "Lavantaler Bauernwurst" und "Kärntner Hauswürstl", aufgenommen am Donnerstag, 21. Februar 2013. In diesen Produkten der Firma Josef Freitag in Kärnten wurde Pferdefleisch nachgewiesen, dass auf der Ware nicht deklariert ist. APA-FOTO: APA/HELMUT FOHRINGER

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Steiermark
02/27/2013

Wurst aus Pferdefleisch geht an Obdachlose

Graz: Pfarrer Puchers „Vinzi“-Werke organisieren zwei Tonnen Ware für ihre Einrichtungen.

von Elisabeth Holzer

Es bedrückt mich, dass man Lebensmittel wegwirft, während andere hungern“, ärgerte sich der Grazer Pfarrer Wolfgang Pucher und griff zum Telefon. Mit dem Anruf organisierte er jene „Kärntner Würstel“ des Lavantaler Fleischhauers Josef Freitag für Einrichtungen der „Vinzi“-Werke, die wegen nicht deklariertem Pferdefleisch aus den Supermärkten genommen werden mussten. Nun sollen sie obdachlosen Menschen zu Gute kommen.

„Das ist ja hervorragende Ware“, begründete Pucher gestern, „es gibt ja keine gesundheitlichen Bedenken, das ist nur ein Etikettenschwindel.“ In der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit, kurz AGES, bestätigt Sprecherin Elisabeth Publig: „Das war eine Täuschung und gegen die Kennzeichnungsverordnung. Aber die Ware ist nicht gesundheitsgefährdend.“ Wichtig sei, dass das Mindesthaltbarkeitsdatum nicht überschritten werde. Auch im Leitfaden des Lebensministeriums zur Weitergabe von Nahrungsmitteln an soziale Einrichtungen sind „Fehletikettierungen“ unter den erlaubten Kriterien.

Zwei Tonnen an Wurstwaren werden morgen, Freitag, nach Graz geliefert, der Grazer Fleischhandel Strobl stellt kostenlos sein Kühlhaus zur Verfügung. Der Leiter des „Vinzi“-Nests, Gustl Eisner, ist außerdem noch ein gelernter Fleischhauer.

400 Menschen

In sechs Einrichtungen der „Vinzi“-Werke sollen die Würste verteilt werden, darunter Notschlafstellen. Derzeit werden rund 400 Menschen beherbergt und verköstigt. „Wichtig ist für uns, zu wissen, die Ware ist in Ordnung, die Würste sind geprüft.“, betonte Nora Musenbichler, Koordinatorin der „Vinzi“-Werke. „Wir sagen unseren Leuten natürlich, was sie zu essen bekommen. Aber viele Kunden des Fleischhauers haben das Pferdefleisch ja in der vergangenen Zeit gegessen, ohne es zu wissen.“

30 Häuser und Hilfseinrichtungen betreiben die „Vinzi“-Werke in ganz Österreich. Sollte es logistisch möglich sein, würde die Wurst zumindest auch in die beiden Wiener Einrichtungen“ gebracht.

In den „Vinzi“-Märkten sollen die Produkte aber nicht verkauft werden. „Da könnte es wegen der falschen Deklarierung Probleme mit der Lebensmittelaufsicht geben. Das wollten wir von vornherein vermeiden“, begründete Musenbichler.

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