172 Mitarbeiter: Steirische Möbelfabrik ADA ist pleite
Die ADA Möbelwerke Holding AG und die ADA Möbelfabrik GmbH im oststeirischen Anger (Bezirk Weiz) haben am Dienstag einen Antrag auf Eröffnung eines Sanierungsverfahrens ohne Eigenverwaltung gestellt, so das Unternehmen in einer Aussendung.
Ziel sei es, die Gruppe in reduzierter Form fortzuführen. Die ADA Möbelwerke Holding AG beschäftigt in Österreich rund 96 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, ADA Möbelfabrik GmbH die 76 Mitarbeiter. Der Schuldenstand betrage rund 30 Mio. Euro, vorwiegend bei großen und institutionellen Gläubigern.
Die Insolvenzursachen
„Laut Eigenantrag belastete die letzten Jahre eintretende allgemeine wirtschaftliche Entwicklung die Möbelbranche stark. Die aus den multiplen Krisen resultierende negative Marktentwicklung und der Strukturwandel erfasste die gesamte europäische Möbelbranche und führte zu anhaltender Konsumzurückhaltung“, so Creditreform. „Außerdem kam es im 1. Quartal zu einem massiven Nachfrageeinbruch, der sich in Bestellrückgängen von rund 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahr niederschlug. Darüber hinaus zeichnete sich laut Eigenantrag Ende Februar 2026 ab, dass die beabsichtigten Preisanpassungen als Ausgleich für die gestiegenen Kosten in den Verhandlungen mit den Großkunden (Handelsverbänden) nicht durchgesetzt werden können.“
Schulden und Vermögen
Insgesamt sind bei der ADA Möbelwerke Holding 49 Gläubiger im Gesamtausmaß in der Höhe von EUR 18,84 Millionen Euro von der Insolvenz betroffen, davon entfallen 8,4 Millionen Euro auf Banken und 2,48 Millionen Euro auf Rückstellungen. Die freien Aktiva werden mit rund EUR 2,10 Millionen beziffert.
Bei der ADA Möbelfabrik GmbH betragen laut KSV1870 die Passiva 11,17 Millionen Euro und die Aktiva 2,8 Millionen Euro. Macht unterm Strich Passiva in Höhe von 30,01 Millionen Euro und 4,9 Millionen Euro Aktiva.
Die Sanierung
Beide Unternehmen bieten den Gläubigern jeweils eine 20-prozentige Sanierungsplanquote zahlbar binnen zwei Jahren an. „Laut Eigenantrag ist unter Einhaltung von Restrukturierungsmaßnahmen die Finanzierung des Fortbetriebs aus der laufenden operativen Tätigkeit möglich, sodass die Fortführung des Unternehmens nicht offenkundig zur Erhöhung des Ausfalls der Gläubiger führt“, so Creditreform.
"Bei der ADA Möbelwerke Holding AG soll der Sanierungsplan aus der Verwertung von einzelnen Assets sowie dem zukünftigen operativen Ergebnis finanziert werden", so der KSV1870.
Insolvenzverwalter muss Lage prüfen
„Der noch zu bestellende Insolvenzverwalter wird nunmehr zu prüfen haben, ob eine Fortführung im Interesse der Gläubiger liegt und die vorgelegten Sanierungspläne eingehalten werden können“, erklärt Julia Liszt vom KSV1870.
Die Muttergesellschaft ADA Möbelwerke Holding AG ist überdies noch an nachstehenden Gesellschaften beteiligt:
- Symphonic Trading GmbH (Anteil: 100 %)
- ADA Möbelwerke GmbH (Anteil: 100 %)
- ADA Hungária Butorgyár Kft., Ungarn (Anteil: 100 %)
- ADA fabrica de mobila srl, Rumänien (Anteil: 100 %)
- ADA Nova Kft., Ungarn (Anteil: 100 %)
- Symphonic Trading Kft., Ungarn (Anteil: 100 %)
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