Startschuss für Ferrari auf Schienen

EPAepa03189802 Luca Cordero di Montezemolo, president of the Nuovo Trasporto Viaggiatori (New passenger Transport) company, poses in front of an Italo, the new Italian high speed train, at the Tiburtina station in Rome, prior to its the maiden voyage on t
Foto: EPA Durchgesetzt hat sich Ferrari-Boss Montezemolo mit der Idee des rasenden Zuges. Der super schnelle und super luxuriöse "Italo" fährt in drei Stunden von Mailand bis Rom

Jungfernfahrt des Hochgeschwindigkeitszuges "Italo": Mit 300 km/h braust er am Wochenende erstmals durch Italien.

Glänzendes Ferrari-Rot, modern, schnittig – so präsentiert sich der neue Hochgeschwindigkeitszug "Italo" in der Bahnstation Rom Tiburtina. In die Jahre gekommene Waggons der italienischen Staatsbahnen Trenitalia ein paar Bahnsteige weiter, steigern den Kontrast zusätzlich.

Am Samstag (28. 4.) nahm die neue Bahn Fahrt auf. Zuerst auf der Strecke Mailand, Bologna, Florenz, Rom und Neapel. Initiator und Aushängeschild des "teuersten und ambitioniertesten Privatprojekt Italiens der vergangenen zehn Jahre" ist Ferrari-Boss Luca Cordero di Montezemolo. An dem Unternehmen Nuovo Trasporto Viaggiatori (NTV) sind auch der Besitzer der Kult-Schuhmarke Tod’s, Diego Della Valle, und Bahnmanager Giuseppe Sciarrone beteiligt. Als weitere Investoren fungieren der Versicherungs-Konzern Generali und die Großbank Intesa San Paolo. Sie wollen die Monopolsituation der Trenitalia aufbrechen und den Hochgeschwindigkeitszügen "Freccia Rossa" und "Freccia Argento" Konkurrenz machen.

 

Noch schneller

Gestartet wird mit einer Flotte von 25 Zügen, gebaut vom französischen Alstom-Konzern. Bis zu 360 Kilometer pro Stunde könnte der Zug fahren. Die Infrastruktur der italienischen Schienen erlaubt aber nur 300 Kilometer pro Stunde. Auf LED-Anzeigen können Reisende die Geschwindigkeits-Beschleunigung mitverfolgen. Edel und elegant ist die Innenausstattung mit riesigen Panorama-Fenstern. Die Sitze in grauem Kunstleder wurden vom renommierten Möbelhersteller Poltrona Frau entworfen. Passagiere können unter drei Wagenklassen wählen: Exklusiv geht es im Club-Bereich zu, mit 19 luxuriösen Ledersitzen, viel Platz und eigenem Steward.

Komfortabel präsentieren sich die 150 Sitze in der ersten Klasse, kompetitive Preise bietet die zweite Klasse namens "smart". Das Markenzeichen bei Ferrari ist das paradierende Pferd, bei den Zügen ist es der springende Hase.

"Italo" setzt auf Technologie: WLAN ist in allen drei Klassen gratis. Reisende haben Zugriff auf ein eigenes Portal im Bordnetz, ebenso auf eBooks und Zeitungen. Es gibt einen Kino-Waggon mit 39 Plätzen und den neuesten Filmen.

Ausbauplan

Der Superzug schafft die 583 Kilometer lange Strecke Mailand-Rom in nur drei Stunden elf Minuten. Die Etappe Rom–Neapel dauert exakt eine Stunde sechs Minuten.

Bis Jahresende wird das Angebot auch auf die Strecken Turin–Salerno und Venedig-Rom ausgebaut. Der 64-Jährige NTV-Präsident Montezemolo fände es fantastisch, wenn der Zug in einigen Jahren bis nach München und Wien fahren würde. Konkrete Pläne gebe es aber noch keine. "Momentan ist das noch ein Wunsch. Wir konzentrieren uns jetzt erst einmal voll auf die nationalen Strecken", sagte NTV-Pressesprecher Mario Taliani zum KURIER.

Erste Gewinne

Bis Ende 2014 hofft man mit einem Marktanteil von 20 bis 25 Prozent und neun Millionen Passagieren die Gewinnzone zu erreichen. Bis Ende 2012 rechnet das Unternehmen mit 1,6 Millionen Passagieren. 1,1 Milliarden Euro hat das erste private Eisenbahnunternehmen im Hochgeschwindigkeitsbereich in den Start investiert, 620 Millionen kosteten die Züge. NTV beschäftigt rund 1000 Personen.

(kurier / Irene Mayer-Kilani, Rom ) Erstellt am
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